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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 252

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 252 (sequence 255)
Language
German
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252 Arabischen Gesandter רסול (S. 113), Auswanderung הגרה (S. 117 zwei Mal), und die Nacht des Freitag לילה אלגמעה (S. 161) heisse. Dagegen lässt Grünbaum häufig Fragen unberührt, deren Beantwortung man von ihm mit Recht erwarten durfte. Er begnügt sich öfters mit Auszügen aus der rabbinischen und muhammedanischen Literatur, ohne an der Hand vorhandener Kriterien festzustellen, wo die Sagen entstanden, und auf welchem Wege sie von dem einen zu dem anderen wanderten. Die jüdischen und christlichen Apo־ kryphen, die Patristik und neuere Forschungen werden nur selten zurathe gezogen. S. 18 irrt G., wenn er glaubt, dass von sämmtlichen Juden in allen 5 Welttlieilen die Geschichte von Esther an einem und demselben Tage, dem 13. Adar vorgelesen wird. Esther wird in den meisten Gemeinden am 14., in einigen am 15. Adar vorgelesen. In älterer Zeit variierte der Tag dos Vorlesens zwischen dem 11. und 15. Adar (erste Mischna in Megilla). S. 55. Die Berührunpspunkte zwischen Pirke di R. Elieser, Adamsbuch und Schatzhöhle sind von mir längst in der Revue des Etudes juives XXI p. 82 nachgewiesen worden. S. 61. Dass die Schlange mit Satan nicht in der ältesten rabbinischen Literatur, sondern erst in Pirke di R. Ei. in Verbindung gebracht wird, ist schon bei mir in Eldad 75 ff. zu finden. S. 61 schreibt G.: ״Im Talmud (Erubin 18b) wird erzählt, dass Adam aus Trauer 130 Jahre lang fastete und ebenso lang sich von Eva fernhielt. In dem Pirke R. Elieser (c. 20) heisst es, dass er im Flusse Gichon gebadet und sieben Wochen lang gefastet habe, bis sein Körper gleich einem Siebe war; darauf bat er Gott um Verzeihung, und Gott nahm seine Reue gnädig an.״ Dem stellt nun G. die Angaben Tabaris und Ibn al-Aters entgegeu, nach welchem Adam und Eva 40 Tage fasteten und 100 Jahre von einander separiert lebten, ohne auf die Provenienz der Sage in der Version der Pirke d. R. E. einzugelien. Diese Version hat nämlich mit der Sage im Talmud und in den muhammedanischen Werken nichts zu thun, benn diese wissen nichts von dem mit Fasten verbundenen Untertauchen Adams in den Gichon. Pirke di R. Elieser haben hier unbedingt eine christliche Quelle, ein Adamsbuch oder eine Poenitentia Adae benützt, wie bereits W. Ma}rerl) bemerkt, und J. Levy2) gründlich nachgewiesen hat. Von der mit Untertauchen im *) In seinen Anmerkungen zu der von ihm edierten Vita Adae et Evae zu § 6 (Abhandlungen der k. baier. Academie der Wiss. I. CI. XIV, Bd. III. Abtheilung S. 222, Separat-Abzug S. 38). 2) R. d. E. j. XVIII, 86 ff.

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