Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 253)
- Language
- German
- Belongs to
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250 Literaturberichte auf den so eben erschienenen Band ״Les Ec rivains juifs fran^ais du XIY Siede von Dr. Ad. Neubauer“ hingewiesen, in welchem auf 470 Seiten in gr. Quart die Literaturgeschichte der jüdischen Gelehrten Frankreichs während des 14. Jahrhunderts auf Grund von zahlreichen gedruckten uni ungedruckten Schriften ihre quellenmässige Darstellung gefunden hat. Dieser Band bildet die Festsetzung eines Theils, der i. J. 1877 erschienen ist. Bei der grossen Bedeutung, den die französisehe jüdische Schule des Mittelalters für unser Schriftthum hat, werden diese beiden Bände als eine unschätzbare Fundgrube und als ein unentbehrliches Hülfsmittel für unsere Studien bleiben. Becensionen. M. Grünbaum: Heue Beiträge zur semitischen Sageitkunde. Leiden. E. J. Brill. 1893. Viele der nachbiblischen Sagen der Juden sind in der älteren christlichen und muhammedaniscben Literatur anzutreffen. Der nachbiblische Sagenkreis verdient daher nicht nur als Aeusserung des jüdischen Volkslebens Beachtung; er ist von allgemeinereih Interesse, und bietet dem Forscher reichlichen Stoff zur Vergleichung der Sagen und Feststellung der gegenseitigen Abhängigkeit derselben bei Juden, Christen und Muhammedanern. — Die jiidisch-nachbiblischen Sagen für sich betrachtet, gewähren uns einen Blick in das Gemiithsleben der ׳Juden in nachexilischer Zeit. Wir sehen, wie diese, obwohl der Monotheismus und die kanonischen Bücher ihrer Einbildungskraft Schranken setzten, es dennoch nicht unterliessen, selbst auf dem Gebiete der Teogonie und Heroen-Sage zu dichten und Sagen zu bilden. Freilich waren in den meisten Fällen wieder die heiligen Schriften der Ausgangspunkt für die neuen Schöpfungen, aber diese tragen schon ein anderes Colorit und stehen zuweilen sogar im Widerspruche mit jenen. So widerspricht z. B. manche Cosmologie der Rabbinen dem Schöpfungsberichte der Genesis, und das Buch der Jubiläen weicht häufig von der Bibel ab. Die nachbiblische Sage wird auch von der Cultur jener Völker beeinflusst, unter denen die Juden lebten. Es müssen zunächst in Aegypten entstandene Sagen von solchen unterschieden werden, welche in Palästina ihren Ursprung nahmen. Jene sind gewöhnlich tendenziöser Natur und bezwecken, in der biblischen Geschichte Lücken auszufüllen und Widersprüche zu beseitigen,1) ף Vgl. R. d. E. j. XXI S. 1.