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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 249

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 249 (sequence 252)
Language
German
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249 Anerkennung gebührt, für das Unternehmen einer solchen Uebersetzung ihre Förderung eintreten zu lassen. Auf einzelnes kann hier nicht eingegangen werden*). Nur eine Mahnung möchte ich mir an die Herren Herausgeber gestatten. Wenn sie die Behandlung wichtiger Materien in die Hände von noch unerprobten Jüngeren legen, sollten sie ihrer verantwortlichen Pflicht eingedenk bleiben. Wenn ein junger Gelehrter, wie Dr. Kaminka, die Literatur der geonäischen Zeit darstellt und hierbei im Laufe der Abhandlung fünfzehn Mal seinen Namen zeichnet, so lässt sich diese Namenshäufung noch erklären — und verzeihen. Wenn derselbe aber in der Abhandlung: Die rabbinisehe Literatur S. 425 glaubt, die Liehtgestalt eines Nachmanides verdunkeln zu können, so ist dies den Herausgebern, die dies zuliessen, nicht zu verzeihen. Nur um diesen Ausfall auf Nachmanides und seine grossen Nachfolger bekannter z\ geben, setzen wir Kaminka’s Worte hierher, wie sie bei ihm gedruckt sind: ,,Gegenüber den Bemühungen, das Talmudstudium zu vereinfachen und durch schlichte methodische Erklärungen von Mischna und Gemara die Ilalachi durchsichtig und leicht fasslich zu machen, schlägt Nachmani den Weg der ,,Chidduschim“ ein — verworrener, auf scharfsinnigen Combinationen beruhender Erklärungen, die er zu den meisten Tractaten verfasste. Er kann als Begründer dieser Gattung von Talmud- Scholien betrachtet werden, die in der Folge namentlich in Frankreich, Deutschland und Polen so mächtig anschwellen und so viel zur Verengung und Verrenkung des rabbinischen Geistes beitragen sollte.“ Hiergegen zu polemisieren, dürfte wohl überflüssig erscheinen ן es sei daher nur noch hinzugefügt, dass die Behauptung, Nachmanides sei als Begründer der Chidduschim zu betrachten, eine ganz irrige ist, da wir bereits von Joseph ibn Megas solche talmudische Chidduschim besitzen. — Um mit etwas Besserem zu schliessen, sei noch in diesem *) Wenn Dr. Sulzbach in seiner reichhaltigen Abhandlung ,,Die poetische Litteratur“ S. 81 Jigdal einem Anonymus zuschreibt, so hat er Zunz: Literaturg, der synagogalen Poesie S. 507 übersehen, wo der Name des Verfassers nachgewiesen ist.

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