Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 235)
- Language
- German
- Belongs to
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232 absichtlicher Verdrehung anerkannter Thatsachen; es müsste denn das Ganze eine antisemitische Falle für einfaltige Leser sein. Der Verf. weiss kaum die Namen der jüdischen Gelehrten zu schreiben, auf deren ״umfangreiche Werke4* er verweist;1) Zunz nennt er so wenig als Schleiden, was bei Letzterem sich aus Umständen erklärt, die besser unberührt bleiben. Das Verhältniss zu Schleiden beleuchte ein einziges Beispiel; bei diesem (S. 15) ist Chiwi ״aus Balk44 geradezu ein atheistisch rationalistischer Bibelkritiker, bei G. (32 ״Albachi“) der erste Freidenker des Mittelalters, dessen Schriften ibn Esra verbreitet, oder ״neu verlegt“ (36, wo ibn Esra, eine ״pietätslose Kampfesnatur“ auch orthodoxe Werke übersetzt). Die einzige angeführte Autorität ist Grätz, der aber nur für Weniges in dieser Brochüre verantwortlich ist, aus welcher man nicht 5 fortlaufende Zeilen ohne Ausrufungszeichen citiren darf. Wenn auch eine Auswahl der hier gebotenen Absurditäten und unerhörten Behauptungen schwerfällt, andererseits der Nachweis, wie weit sich heutzutage dreiste Unwissenheit wagen darf, recht belehrend ist: so mag hier nach der Reihenfolge des Pamphlets Allerlei mitgeteilt, selten auf das Richtige hingewiesen werden; wir beginnen jedoch mit einer Hauptidee des Vf.: S. 5 die Juden in Nordafrika, Kleinasien, Syrien bis Basra (s. unten S. 234) sind die einzigen, welche auf dem (durch das Altertum) erreichten Kulturstandpunkt verharrten. Der Vf. kommt wiederholt darauf zurück, dass die Juden allein und aus sich selbst heraus die Wissenschaft im modernen Sinne gepflegt und erhalten haben, und unterstützt diese, allerdings originale Behauptung durch andere, dem Thatbestand widersprechende, oder durch Deductionen, welche ג) Mung (S. 4) — Messer-G’awaih (Graetz, Schleiden, 27, als Uebersetzer), Josef b. Saadia (81), Nagrela (s. unten), Nissim R. Chananel (34 ״arbeitete den Talmud fleissig um“), Jose Isak Kimchi (88); Maimonides stirbt in Kaiman (39), Salomo Faragut (40), ausser verschiedenen Druckfehlern.