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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 222

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 222 (sequence 225)
Language
German
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222 des Fischfanges, sie sind jetzt selbst אגמי נפש betrübter Seele, da der Strom versiegt ist. Gerade um des Wortspieles wegen ist auch אגמי mit א statt mit ע geschrieben worden. Ein ähnliches Beispiel, ebenfalls aus Jesaias, wollen wir hier ausführlicher besprechen. 7. Kap. 1, V. 31 heisst es: והיה החסון לנעורת ופעלו ״ לניצוץ וכד'Der Starke (euer Schutzgott) oder der Gewaltthätige wird zu Werg, sein Werkmeister zum Funken und beide verbrennen zusammen und Niemand löscht.“ חסון gilt hier gewöhnlich, und der ganze Zusammenhang des Verses spricht dafür, als epitheton des Götzen. Woher jedoch dieser ungewöhnliche Name, der sonst nicht wiederkehrt und für den Götzen nicht passt, da er doch nicht in Wirklichkeit, sondern nur in der trügerischen Einbildung des Verfertigers ein חסון ein Starker ist? 8. Eine Talmudstelle, an und für sich höchst unverstündlich, wird uns darüber Aufschluss geben. Anfang des II. Perek von Sabbath lesen wir in der zweiten Mischna, dass man חוסן als Docht zur Sabbathlampe nicht verwenden darf. Dieses Wort חוסן ist offenbar ein Ueberrest alt- * hebräischen Sprachgutes, das uns in der Mischna erhalten geblieben ist. In der Gemara daselbst 20 b sagt R. Josef חוסן sei נעורת של פשתן Werg vom Flachs. Darauf entgegnet Abbaje, sein Schüler, והכתיב והיה החסון לנעורת es heisst doch, der חסון wird zu Werg, demnach kann doch, wie Raschi erklärend hinzufügt — in unseren Ausgg. steht es im Text — חוסן nicht schon נעורת sein. Daher sagt Abbaje, חוסן ist כיתנא דדייק ולא נפיץ Flachs der gebrochen und noch nicht gehechelt und gereinigt ist. 9. So weit der Talmud. Man müsste demnach die Worte unseres Verses übersetzen: Der ungehechelte Flachs wird zu Werg, sein Verfertiger zum Funken u. s. w. Das wäre ja dann der blühendste Unsinn, und es wird keinem Kenner des Talmud im Ernste einfallen zu sagen, dass er — der Talmud — dem Propheten Jesaias einen solchen Gedanken hätte andichten wollen. Raschi hat die Schwierig-

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