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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 201

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 201 (sequence 204)
Language
German
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201 der Proselyt (er wird in den Briefen einmal Aron D’Antran, zweimal Aaron D'Antan genannt) von Italien aus an La Croze, den kgl. Bibliothekar zu Berlin, gerichtet hat. Der erste Brief ist der umfangreichere (44 S ). D'Antan (dies ist wohl die richtige Form des Namens) antwortet zuerst auf die Unterstellung La Crozes, er sei wohl von den Juden verführt worden, um sich mit französischer Leichtfertigkeit ״aus dem Schlamme des Katholizismus in den Abgrund des Judentums zu stürzen.“ Demgegenüber weist er darauf hin, dass er Juden überhaupt erst seit acht Monaten, seit seiner Ankunft in Amsterdam, kennen gelernt habe. Leichtfertigkeit könne man ihm auch nicht vorwerfen; Jja Croze selber habe, als er ihn, den damals erst zehnjährigen Knaben, in der Klosterbibliothek (zu Paris?) kennen gelernt, sehr günstig über ihn geurtheilt. Er berichtet nun genau über die Entwicklung seiner Denkweise, welche ihn schliesslich zum Judentum geführt hat. Als Knabe hatte er einst einem Mitschüler im Scherz eine Dose weggenommen und versteckt. Der Mitschüler beschuldigte D’Antan des Diebstahls; der Lehrer glaubte es und ertheiltihm eine derbe Züchtigung. Seit der Zeit sah er ein, wie nöthig es sei, nie nach dem Scheine zu urtheilen, sondern jeder Sache auf den Grund zu gehen. Bald wandte er diesen Grundsatz auf die Religion an. In der Religionsstunde wurde ihm die christliche Dogmatik gründlieh verleidet. Besonders belustigte ihn die Streitfrage, ob eine Made, welche an der Hostie nagt, auch den Leib Christi verzehrt. Er wurde so ungläubig, dass er an allem zweifelte, selbst an Gott, und die Frommen für Heuchler ansah. Auch als er die Schule verlassen hatte und Soldat geworden war, verharrte er im Unglauben. Die meisten Menschen, meinte er, legten, wenn sie zu Verstände kämen? die irrthümlichen Vorstellungeu ihrer Kindheit ab, in der Religion dagegen blieben sie zeitlebens Kinder. Er suchte Gesinnungsgenossen auf, um sich mit ihnen auszusprechen und sich eine feste Lebensanschauung zu bilden, fand aber

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