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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 202

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 202 (sequence 205)
Language
German
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202 nicht zwei, die mit einander übereinstimmten. Daher wollte es ihm scheinen, als ob Alles in der Welt Täuschung und Traum sei. Nachdem er ein Jahr solchem Skepticismus gehuldigt hatte, kam er schliesslich doch zu der Ueberzeugung, dass man etwas als feststehend annehmen müsse, vor allem die Existenz Gottes. Das Christenthum weist auf die Juden hin als diejenigen, welche zuerst Gott erkannt haben. Er studierte also eifrig deren Religionsquelle, das alte Testament. Hier las er von der Erwählung Israels und konnte sich nicht denken, dass Gott dieses Volk erst erwählt und dann wieder verworfen habe, ״denn Gott ist kein Mensch, der andern Sinnes wird.“ (4. B. M. 23, 19) Er betrachtete die messianischen Weissagungen, welche auf Jesus gedeutet werden, fand aber diese Deutung völlig unzulässig. Deuter. 18, 15. 18 wird ja offenbar ein Mensch, wie Moses, verheissen und kein Gott. Wenn es begründet wäre, was die Christen behaupten, dass Jesus durch seinen Tod die Gläubigen von der Erbsünde befreit hat, dann müssten diese ja in einem paradiesischen Zustande leben, wie vor dem Sündenfall. Kurz alles schien ihm für die Wahrheit des Judentums, gegen das Christentum zu sprechen. Drei Jahre trug er sich mit dem Gedanken iiberzutreten, ohne dass er es auszuführen wagte. Aber als ihn eine schwere Krankheit niederwarf, that er das Gelübde, nach der Genesung Ernst zu machen. Er hielt, was er gelobt, und wurde in Amsterdam Jude. Nach dem Uebertritte reiste er durch Deutschland nach Italien, wo er vielfach von der Inquisition belästigt wurde. Dies konnte ihn jedoch nicht bestimmen, seinen Schritt zu bereuen. Er spricht vielmehr am Schlüsse des Briefes die Hoffnung aus, auch La Croze werde sich noch von der Wahrheit des jüdischen Glaubens überzeugen. Dies der wesentliche Inhalt des ersten Briefes. Der zweite bedeutend kürzere (18 S.) enthält meist Polemik gegen das Christentum und nur wenig persönliche Mit-

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