Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 201)
- Language
- German
- Belongs to
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198 Schicksale ist Authentisches nicht zu ermitteln gewesen. Er starb1) am 16. Mai 1807 und die ״Schlesischen Provinzialblätter442 3) widmeten ihm folgenden warmen Nachruf: ״Nikolai den 17. May 1807. Wenn Menschen durch auffallende Sonderbarkeiten Aufmerksamkeit erregen, so verdienen sie um so mehr nach ihrem Tode, dass ihrer in einem öffentlichen Blatte gedacht wird. Es sey daher erlaubt, des durch seinen Uebergang von der christlichen zur jüdischen Religion merkwürdig gewordenen Joseph Steblitzki zu erwähnen. Dieser Mann wurde heut hier auf dem jüdischem Gottesacker in einem Alter von 73 Jahren begraben, beweint und betrauert von so Vielen, denen er durch sein rechtliches Betragen und durch sein stilles und tadelloses Leben auch in seinem neuen Verhältnisse lieb und theuer war. Er hatte hierselbst den Posten eines Cämmerers, Rathmanns und katholischen Schullehrers bis dahin8) verwaltet, wo er sich entschloss, den jüdischen Glauben anzunehmen. Dies geschah im Jahre 1785 (Schles. Prov. Bll. Bd. II, S. 362, Bd. III, S. 395). Fest blieb er nun hierbey und lebte mit seiner christlich gebliebenen Frau in stiller Eintracht und friedlicher Häuslichkeit. Sie starb im vorigen Jahre, für ihn zu früh. — Er hat den Ruf eines guten Menschen mit in’s Grab genommen.44 1) Ygl. Brann 1. c., woselbst auch die Grabinschrift mitgetheilt wird. 2) Schles. Prov. Bll. Bd. 45 (1807) p. 486, 487. 3) vgl. 0. p. 186 Anm. 4 a. E.