Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 196)
- Language
- German
- Belongs to
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193 an dem grossen Versöhnungsfeste, als ich mich in die Synagoge, die dem Abraham Samson, jetzt seinem Sohne, gehöret, einfand, und sie fragte, ob sie mich herausvverfen würden, nicht weg. — Uebrigens haben die Juden keine weitern Ceremonien mit mir bei der Annahme gemacht. Erst den zweiten Tag kamen die Bürger in die Synagoge, sahen mich an und gingen fort; den ersten Tag war ich auch da zu meiner Andacht, und überhaupt feierte ich dieses Fest, gleich den andern Juden ganz aus, und seit dieser Zeit halte ich mich als wirklicher Jude zu dem jüdischen Gottesdienste, den ich durch keines andern Schuld, Ueberredung oder Vorspiegelung, sondern einzig und allein aus eigner Bewegung erwählte, und auch dabei ferner bleibe, und in dieser Religion leben und sterben will.“ Er ward hierauf gefragt: ob denn ein solcher, der die Beschnei düng an seinem eigenen Körper selbst verrichtete, nach dem Gesetz ein gültiger Jude bleibe, und ob nicht vielmehr ein anderer Jude die Beschneidung wesentlich nöthig verrichten müsse? — Hierauf erklärte er sich also: ״Ich bin überzeugt, und zwar aus der heiligen Schrift des Alten Testaments, dass einer die Beschneidung an sich selbst verrichten könne, und ein rechter Jude bleibe, da ja auch Abraham sich selbst beschnitten; ich bleibe demnach bei meiner Aussage, dass ich mich wirklich selbst und kein anderer beschnitten. — Ich gestehe übrigens, dass ich meinen Bart schon von jeher, und auch vor der Beschneidung mit keinem Barbiermesser, sondern dann und wann mit der Scheere abnehme, welches den jüdischen Gesetzen gemäss ist; auch hat es seine Richtigkeit, dass ich seit ein paar Jahren meiner Frau nicht beiwohne und auch nicht beiwohnen werde, weil wir erstlich beide alt sind, ich aber auch nunmehr ein Jude bin, der sich mit einer Christin eigentlich nicht vermischen soll. — Meine wahren Bewegungsgründe zu meinem Uebergange zum jüdischen Glauben Habe ich aus der heil. Schrift selbst genommen.