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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 192

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 192 (sequence 195)
Language
German
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192 Beschneidung an mir vornehmen könnten, jedoch aber einen Juden zu mir ins Haus nach Nikolai zur Vollstrekkting der Operation schikken würden. Das Haus, worin die Juden versammelt waren, ist in der Judenstadt in Krakau; ich kann es aber in specie nicht anzeigen, weil jedes Haus daselbst von Juden bewohnt wird. Dieses geschah, als ich in Krakau war, im Winter, und der fremde Jude aus Krakau fand sich gegen das Ende des Augusts d. J. bei mir ein, und zeigte mir an, dass er der von den Juden aus Krakau zu meiner Beschneidung abgesandte sei. Jedoch wollte er selbst mich nicht beschneiden, sondern er wies mir die Art und Weise, wie ichs machen sollte. Er übergab mir sodann ein kurzes Messer, womit ich mir in seiner Gegenwart die Vorhaut wegschnitt. Ich erhielt von ihm den Namen Joseph A braham, und gleich nach der Operation nahm der Jude das Messer zurück, erhielt von mir für seine Bemühung 2 Dukaten, und ging sogleich fort, ohne sich irgend hier aufzuhalten. Mit Namen kann ich diesen Juden nicht anzeigen, denn ich habe ihn nicht gekannt, und er selbst hat auch seinen Namen nicht entdekt, sondern mir nur gesagt, dass er von den Juden aus Krakau abgeschikt sei, die Operation bei mir vorzunehmen. — Nach der Beschneidung wurde ich krank und schwach. Nach der Anweisung des Juden, welcher mir etwas verfaultes Holz zurükliess, bestreute ich damit die Wunde, goss warmen Wein darauf, und legte mich in’s Bette; in 14 Tagen wurde ich restituiret, und ich ging an dem grossen Versöhnungsfeste am 14ten Sept. in die Synagoge der hiesigen Juden mit einem Sterbekittel, der bei mir seit einigen Jahren von einem armen Juden verpfändet war, und verrichtete daselbst nach der jüdischen Art und Weise meine Andacht, wobei mich einige Bürger antrafen. — Mich hat zu diesem Abfall kein Jude allhier angereizet; und weil ich schon vorher, nehmlich vor meiner Beschneidung den Sabbath allhier für mich allein feierte, die Juden auch ein solches wussten: so wiesen sie mich

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