Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 197)
- Language
- German
- Belongs to
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194 Denn Gott ist unveränderlich, und ebenso seine von ihm einmal gegebnen Gesetze, auch selbst der Glauben, den er seinem geliebtesten Volke Israel vorgeschrieben. In der Apostelgeschichte des Neuen Testaments Kap. 15 ist es ebenfalls enthalten, dass niemand ohne Beschneidung selig werden kann; wie denn in dem 1. Buch Mose Kap. 17, V. 13 ausdrüklich stehet: ״Also soll mein Bund an eurem Fleische sein zum ewigen Bunde.“ Selbst aus dem Propheten Jesaia Kap. 24, V. 4, wie auch aus dem Propheten Maleachi Kap. 4 ist klar zu ersehen, dass diejenigen, welche den ewigen Bund fahren lassen, und seine Gebote ändern, an jenem grossen Tage brennen sollen, wie ein Ofen. Selbst Chr. hat sich beschneiden lassen, und ausdrüklich in seinem Neuen Testament gesagt, dass ihm alle nachfolgen sollen; mithin habe ich nichts anders gethan, als was die Schrift von den Menschen fordert. — Seit mehr als 20 Jahren habe ich mich mit dem Bibellesen beschäftiget, und überzeuget, dass der jüdische Glaube, welcher unveränderlich sein muss, der seligmaehende und wahre Glaube sei. ich behaupte aber gar nicht, dass der christliche Glaube zur Verdammniss führe.“ Als man ihm seine Meinung über die Ankunft und Seligmachung Chr. abforderte: so wollte Denunziat aller glimpflichen Vorstellungen ohngeachtet durchaus seine Meinung hierüber nicht sagen, sondern er behauptete dass alles dieses an jenem Tage offenbar werden würde, und er Gottes Gebote unveränderlich halten wolle. ־ Auf die Frage, ob er wohl seine Skrupel jemalen seiner katholischen Geistlichkeit zur Beruhigung seines Gewissens vorgetragen, antwortete er: ״Ich habe mehr als einmal Gelegenheit gehabt, mit den Geistlichen darüber zu sprechen. Besonders da sie wussten, dass ich schon vor meiner Beschneidung zum Judenthum inclinirte, und verschiedene jüdische Ritus verrichtete: so nahmen sie mich mehrmals vor, und suchten mich zu widerlegen. Ich fand aber ihre Gegeneinwürfe