Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 175)
- Language
- German
- Belongs to
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172 ״Das Scepter wich nicht von Juda, bis der Messias kann, indem bis zum babylonischen Exil Könige in Israel waren lieh heraus, dass seine Wiedergabe den ausgesprochenen Charakter der inneren, für sich selbst zeugenden Wahrheit an sich trägt und entschieden die zuverlässigere ist. Im Allgemeinen hat bereits Is. Loeb in der Rev. des!Et. juiv. XV (1887) p. 1 ff. (cf. Loeb, Controverse 34 1) den schmähenden Angriff Pater Denifle’s kräftig abgewehrt, im Besonderen möchten wir jedoch noch zeigen, wie die aus dem lateinischen Protokoll stammenden Stellen, die unseren Gegenstand betreffen, kaum als den wirklichen Verlauf der Unterredung entsprechend angenommen werden können. Wenn Pater Denifle in einer Anmerkung behauptet, dass dieäen Text und überhaupt die ganze Stelle (über Gen. 49, 10) auch Nachmani in seiner Schrift berührt, aber dasjenige, worauf er nicht zu antworten vermochte, aus lässt“, so kann dem schon der rein äusserliche Umstand entgegengehalten werden, dass Nachmani viel ausführlicher, ja weitschweifig ist im Verhältnis zu der von den Dominikanern entworfenen knappen Darstellung der Conferenzverhandlungen, deren lose an einander gereihte Sätze kaum die Argumente pro und contra deutlich erkennen. Diese angeblich wahrheitsgetreuen Aufzeichnungen entbehren zuweilen so sehr jedes inneren Zusammenhangs, enthalten sogar solch’ augenscheinliche Unrichtigkeiten, dass es nicht allein mehr als gewagt erscheint, auf sie sich zu berufen, sondern dass man auch fast versucht wäre, ihnen gerade die verleumderische Beschuldigung einer tendenziösen Unterschiebung anderer als der wirklich ausgetauschten Meinungen anzuheften. — In welcher Verbindung mit dem Voraufgehenden und dem Folgenden steht (MS. 609) der Satz: ״Et cum fuisset ei probatum quod non debeat vocari magister . . . concessit ad minus hoc quod verum esset ab octingentis annis citra?“ Dagegen ergiebt sich bei Nachmanides dessen Erwiderung ganz klar aus den sie veranlassenden Worten Fra Pablo’s. Dieser meinte nämlich, dass ununterbrochen bis zu Jesu Zeit die Macht bei Juda war, denn wenn es keine Könige hatte, so bedeuteten nach dem Ausspruch des Talmud die Gesetzeslehrer die geistige Ueberlegenheit (s. im Texte). Aber jetzt, da die früher übliche Ordination aufgehört hat, gäbe es auch diesen Vorrang nicht mehr. ״Daher nennt man Dich fälschlich Maestro und Du legst Dir unrechtmässig diesen Titel bei“ (darüber vergl. auch MS. 501 1). — Darauf Nachmani: ״Das gehört zwar nicht zum Gegenstand der Unterredung, aber ich glaube, dass Du nicht das Richtige aussprichst, denn Maestro bedeutet nicht ״Rabbi“ sondern ״Rab“, und als solcher konnte man auch ohne Ordination