Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 154)
- Language
- German
- Belongs to
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Darstellungen aus dem Innern Leben der spanischen Jaden Im XV. Jahrhundert. Von Moses Rosenmann. (Fortsetzung.) Um das Umgehen der Weinbesteuerung von seiten minder religiöser Juden zu verhindern, war es den Juden vom Staate aus bei hoher Strafe untersagt, in einem Christliehen Wirtshaus Wein zu trinken, wenn sich im selben Ort ein jüdisches befand. Für Errichtung eines solchen musste nun jede jüdische Gemeinde Sorge tragen, so sie zehn Mitglieder zählte1). Zur Erhaltung der Schulen diente eine Steuer, ״Nedabhatt, die bei Hochzeits- Geburts- und Sterbefällen geleistet werden musste2); auch wurden zu diesem Zwecke das Fleisch und der Wein einer nochmaligen Besteuerung unterzogen. Aus freiwilligen Beiträgen bestand die Armencasse, die den einheimischen Armen und denen Palästinas zu Gute kam. Von sämmtlichen Steuern blieben Wittwen und Waisen, die weniger als 400 Maravedi besassen, sowie Krüppel frei. Einen eigenartigen Gegensatz wies das spanische Gemeindeieben im fünfzehnten Jahrhundert zu dem Deutschlands auf, indem gerade um dieselbe Zeit in letzterem Lande die Rabbiner die hohe Macht, die sie bis dahin schon besassen, zu steigern suchten, 3) während sie ihnen in Spanien gänzlich verloren ging. Der Vertreter rabbinischer Gelehrsamkeit, der in Spanien Talmid Chacham, auch bloss Ohacham oder Talmid4) genannt wurde, während man den Titel ״Rab“ *) Statut 316. 2) נדבת תלמוד תורה Statut 293 -8. 3) Graetz, VIII: Die deutschen Rabbiner. 4) Schescket, Resp. N. 61. Magazin, 1893. Heft III u. IV. 11