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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 150

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 150 (sequence 153)
Language
German
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150 dass er wahrscheinlich dem Sohne Michaels gefolgt sei, zu entschuldigen sucht — so will ich dies natürlich nicht bestreiten; es ändert aber nichts an der Thatsache, und gewiss musste dieser Irrtliurn aus irgend einer Ursache entstanden sein, welche nichts mit einer verfänglichen Absicht gemein hat. Meine Hinzuziehung der Ausgabe Rabinowitz’s (welche zwar nach Ms. Oppenheim veranstaltet, letzteres ist aber mit Ms. Mich, identisch, wie bereits Catal. Michael S. 6 N. 59 angeben; ebendas, hat wohl Rab. den Titel י חוסי תנאים ואמוראים entlehnt, was St. wie es scheint übersehen hat) geschah in der Absicht, den richtigen Sachverhalt anzugeben, dass nämlich nicht dieses Werk selbst, sondern ein anderes darin citirtes den Titel אגרון führt. Von einer Entstellung des Sachverhalts meinerseits kann also jedenfalls nicht die Rede sein. IL Die noch weit härtere Beschuldigung St.’s ist, ich hätte ihm unterschoben die Meinung, die Karäer seien die Ursache der grammatischen Studien bei den Juden und fragt er: ״Wo habe ich das behauptet?“ — Ich kann diese Frage leicht beantworten, indem ich 2 Stellen aus seinem epochemachenden Artikel ״Jüdische Literatur“ in Ersch und Gruber Encyelop. hersetze. Daselbst heisst es wörtlich S. 405: ״Die Opposition des Karaismus wirkt gegen den halachischen und haggad. Midrasch, befördert hierdurch einfache Exegese und grammatisches Studium auch bei den Rabbaniten.“ — S. 414—415: ״Der unleugbare Einfluss des Karaismus auf diese Entwicklung der Sprachstudien ist bereits oben geschildert worden.“ ־־־־ Ich habe Herrn St. neben Männern vom besten Klang in der jüd. Wissenschaft erwähnt, die zu jener Zeit ebenfalls seine Ansicht theilten; habe auch diese Thatsache nicht urgirt, sondern im Vorübergehen erwähnt, trotzdem ich jenen ״unleugbaren“ Einfluss durchaus leugne. Folglich war ja nichts beleidigendes in meinem Verfahren, das Herrn St. zu einer Beschuldigung anspornen möchte. — Dass Herr St. nachher Firkowitsch der Fälschung beschuldigte (wobei er übrigens sehr oft mit dem Bade das Kind ausschüttete), hat doch mit jener Ansicht vom karäischen Einflüsse auf die Sprachwissenschaft absolut nichts zu schaffen. Gleich der ganzen jüdischen literarischen Welt, schätze ich die Leistungen des Herrn St. hoch, kann aber nicht umhin, seine Manier und Polemik (in den letzten Jahrgängen der Hebr. Bibliogr. war ich öfters die Zielscheibe) öffentlich tief zu bedauern. St. Petersburg, Januar 1893. A. Harkavy.

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