Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 131)
- Language
- German
- Belongs to
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128 znm ersten Male veröffentlicht vonWotke, Wiener Studien XIII, S. 300—311) heisst es auf S. 309, die Kaiserin Helene habe auf der Schädelstätte in Jerusalem einen Wachposten zurückgelassen:1) also war die Einwohnerschaft Jerusalems im Anfänge des 4. Jahrhunderts schon ganz bürgerlich, so dass eine Besatzung nothwendig wurde; daraus entnehmen wir aber zugleich, dass es früher in Jerusalem keine Besatzung gegeben. Von nun an scheint jedoch die Stadt eine ständige Besatzung gehabt zu haben, wenigstens figuriren die imperatoris copiae in Jerusalem im Jahre 513 unter dem Dux Olympius; s. Clinton, Fasti Romani 11 p. 557 b. Es sei nun dem, wie ihm wolle, so viel steht fest, dass in Jerusalem auf der Akra in römischer Zeit eine Legion stationirte. Diese Legion trat an die Stelle der ehemaligen בגי חקרא oder חקרנים; wer sind diese? Die Antwort liegt auf der Hand: die syrisch-seleukidische Besatzung in der Makkabäerzeit, richtiger die hellenisch gesinnten, abtrünnigen Juden, die sich vor der siegenden Nationalpartei in die Akra flüchten mussten; man nannte diese üeberläufer בני חקרא oder ״ חקרניםAkrahelden״, eine Benennung, die des verächtlichen Beigeschmacks nicht entbehrt. Diese Benennung scheint in späterer Zeit auf alle antipharisäische Elemente in Palästina ausgedehnt worden zu sein, wenn wir anders die nächstfolgenden Berichte richtig aufgefasst haben. Unter den Wundern, die dem Eiferer Pinechas, dem würdigen Vorbild der späteren Zeloten, bei Ermordung des buhlerischen Paares Simri und der midjanitischen Königstochter erwiesen wurden, wird als drittes — nach anderen Quellen zweites — das angeführt, wonach der Todesstoss in Folge einer göttlichen Fügung in der Weise erfolgte, ') in abx& aniero <ppoupe1aa1 tov araopöv. Der Bericht ist freilich nur eine Legende; vielleicht ist aber dieser Zug dennoch historisch. \