Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 127

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 127 (sequence 130)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2572068-2572104-2572105--4707-2576649
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

127 salem) unter Hadrian;* 1) alle übrigen Oolonien in Palästina datieren aus einer späteren Zeit. — Jerusalem wurde unter Hadrian Oolonie; hat es auch dann noch eine regelmässige Besatzung gehabt? Schwerlich; vor Juden hatte man sich nicht zu fürchten, da diese die heilige Stadt nicht betreten durften; übrigens waren doch die Veteranen selber militärisch organisirt. Die Veteranen von Emmaus (Nikopolis) werden in •den Inschriften nos. 1445 |u. 1446 (Ephemeris epipraphiea V S. 619, 620) nicht veterani, sondern milites genannt; denselben Charakter werden wohl auch die von Jerusalem gehabt haben, also war hier eine anderweitige Besatzung nicht von Nöthen. Der Ueberarbeiter der Fastenrolle kann also nur in der Zeit zwischen Vespasian und Hadrian eine Legion auf der Akra gesehen haben, mithin ist die . Zeit der Ueberarbeitung der Fastenrolle durch die Jahreszahlen 70 und 135 n. Chr. fixirt. Man könnte nun einwenden, die Glosse der Fastenrolle habe eben die Veteranen in Jerusalem vor Augen. Allein, ein Chroniker, der sich mit dem aus der Griechenzeit stammenden Namen חקרנים seiner Vorlage nicht zufriedengibt und den modernen Ausdruck לדון dafür setzt, muss zu viel historische Kenntnisse besessen haben, als dass er die neuen Ansiedler von Jerusalem in ganz verkehrter Weise ״Legion“ hätte nennen können; auch wird ein in der nachhadrianischen Zeit ausserhalb Jerusalems lebender Jude schwerlich erfahren haben, dass die Veteranen Jerusalems ihren militärischen Charakter bewahrt hätten. Eine Veteranenansiedelung hatte in der zweiten oder dritten Generation in der Regel bereits bürgerlichen Charakter, und dass dies auch in Jerusalem geschehen, lässt sich voraussetzen. In der Kreuzauffindungslegende (griech. Text s. Grätz, Geschichte IV, 2 S. 581. Marquardt, Köm. Staatsverw. 1, 2, 428 Anm. 6 bemerkt, dass Nikopolis nirgends Colonie genannt werde; verstehe ״nirgends“ ausser im Talmud. נ) Marquardt, a. a. 0. I, 2, 428.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.