Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 121)
- Language
- German
- Belongs to
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118 die Hafenstadt Jabne, welches sich R. Jochanan ben Sakkai zum Sitze erkoren hatte. Dies steht wohl fest. Wie kommt es nun, dass als Aufenthaltsort R. Jochanans öfters ein ganz verschiedener Ort, eine angebliche Ortschaft namens ברור חיל genannt wird? warum verliess er Jabne und warum wählte er ßerur Chajjil zum Wohnorte? ja, wo liegt denn eigentlich dieses Berur Chajjil? Ein Ort, wo ein R. Jochanan ben Sakkai seine Wirksamkeit entfaltete, muss doch wohl von einiger Bedeutung sein; wie kommt es nun, dass dieser Ort von keinem einzigen Profanschriftsteiler erwähnt wird? und warum ist von ihm in den talmudischen Quellen selbst immer nur in Verknüpfung mit R. Jochanan die Rede? war er später von der Oberfläche der Erde verschwunden? Jost, Geschichte II, 17 nimmt an, dass R. J. b. S. wohl in Berur Chajjil wohnte, dennoch aber der Schule von Jabne Vorstand — eine Annahme, die an innerer U11- Wahrscheinlichkeit leidet. Nun hat zwar Grätz, Monatsschritt XXXIII (1884) S. 529 538 ״ mit Erfolg den Beweis geführt, dass in Jabne zwei gesonderte Stadttheile zu unterscheiden sind und so könnte wohl auch Berur Chajjil ein fernerer Stadttheil von Jabne sein. Warum geschieht aber des Ortes — oder, wenn man will, des Stadttheiles Berur Chajjil nicht auch in der Zeit nach R. J. b. S. Erwähnung? — Geiger (Jüd. Zeitschrift 1867 S. 271; 1868 S. 132; Nachgelass. Schriften IV, 322) und Bacher (Aggada der Tannaiten I, 76) meinen, es seien zwischen R. J. b. S. und R. Gamliel Feindseligkeiten ausgebrochen, welche die Demission des ersteren und seine Uebersiedelung nach Berur Chajjil zur Folge hatten. Dagegen macht M. Beck (Magyar- Zsido Szemle VI, 347 ff.) mit Recht geltend, dass R. Gamliel als Schüler R. Jochanans sich zu seinem Lehrer schwerlich in Opposition gesetzt hätte — ein Einwand, dessen Berechtigung wohl Jedermann einleuchtet. Ueberhaupt entbehrt die Behauptung, dass R. J. demissionirt hätte, jedweder positiven Grundlage und ist dieselbe eigens