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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 79

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 79 (sequence 82)
Language
German
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79 Die Schulen von Hillel und Schammai sollen neue Theile zur Mischna hinzugefügt haben, indem sie neue Mischna’s entweder in die alten Theile einschoben, oder jenen vorausschickten. Die Unter- Buchung des Verf.’s über die Mischna’s von Bet-Hillel und Bet- Schammai (II, 1—37) bietet manche Anregungen zur weitern Forschung. Vieles darin scheint uns jedoch verfehlt und unhaltbar. Wenn z. B. S. 21 behauptet wird, die erste Mischna in Peah אלו דברים וכר) sei ״dazu bestimmt, das Gedächtnis beim Festhalten des neuen Seder zu unterstützen“, so scheint uns diese Annahme dadurch nicht weniger sonderbar, dass Verf. allein gesteht, dass dies ״sonderbar aussieht.“ Anfang und Ende prägen sich am leichtesten dem Gedächtnis ein, und gerade für die Festhaltung solcher markanten Punkte soll nicht nur an einer, sondern an mehreren Stillen der Mischna (vgl. S. 23 u. 25) unnöthiger Weise Vorsorge getroffen worden sein. Ueberdies ist gerade die erste Mischna in Peah eine der ältesten Mischna’s, da sie in der zweiten Mischna mit den Einleitungsworten ואע״פ שאמרו als alte Halacha citirt wird. Man sieht auch hieraus, dass auf die Vorschrift אין להם שיעור das Hauptgewicht zu legen ist und dass in dieser alten Halacha keine andere Absicht bestand, als alle die Dinge zusammenzustellen, die das אין להם שיעור gemeinsam haben. Wenn man später ein wendete, es gebe doch noch andere Dinge, die keinen שיעור haben, so wird die Kritik, der die Antwort des Jeruschalmi nicht genügt, mit einer Antwort, es seien nur Dinge genannt, die Anfangs- oder Endpunkte von Sedarim angeben, am wenigsten zufrieden sein. Ebenso willkürlich ist die Annahme, dass Chagiga I, 8 ,,Merkzeichen für die weitere Ordnung den Schülern gebe.“ Wenn hier Halacbot aus allen Sedarim Vorkommen, so ist dies ganz natürlich, da ja das Verhältnis der mündlich überlieferten Halachoth zum Schrifttexte hier angegeben wird. Einige dieser Halacbot haben nur eine schwache, andere eine starke Stütze, noch andere weiden ausführlich in der Schrift behandelt. Diese Mischna, die alt zu sein scheint, belehrt uns allerdings über das Vorhandensein und die Benennungen einiger Halachaordnungen in jener Zeit; andere Hypothesen, die darauf gestützt werden, erscheinen uns als הררים תלויים בשערה. Wenn ferner in Abot III Ende auf קינן ופתחי נדה Gewicht gelegt wird, was wird dann aus תקופות וגימטריות? Bei der Untersuchung über die Mischna’s von Bet-Hillel und Bet Schammai darf man überhaupt nicht ausser Acht lassen, dass die Schulen noch lange nach der Tempelzerstörung bestanden haben, da R. Josua von einem Schüler der Bet-Schammai mit רבי angeredet wird (Toeefta Ahilut 5, 11) und B. Akiba zur Zeit, da sein Name bereits מסוף העולם ועד סופו gedrungen war, noch mit einem der Schüler aus der Schule Schammai’8 verkehrte (Jebamot 16 a). Jedenfalls sind die alten בית שמאי וב״ה von den jüngern zu unterscheiden, (vgl. mein ״Die erste Mischna“ S. 49). Wenn also von einer Mischna der ב״ש und ב״ה gesprochen wird und hierzu alle Mischna’s gerechnet werden, in denen die Namen dieser Schulen Vorkommen, so kann die Entstehung dieser Mischna-Sammluug erst in die Zeit nach der Tempelzerstörung gesetzt werden. -- Die Oidnung und Zusammenstellung der Controversen der Schulen Hillels und Schammais dürfte wohl nach Tosefta Edijot Anf. der Gelehrten schule in Jabne zugeschrieben werden. Erst damals

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