Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 75

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 75 (sequence 78)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2572068-2572104-2572105--4655-2576597
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

75 und verordnet, und werden diesen Gebräuchen geheime, eigentümliche Kräfte und Wirkungen /Algeschrieben, welche für den Feld-, Garten- und Weinbau höchst nützlich wären. Darum also wurde es vom mos. Gesetz verboten, damit wir uns von den götzendienerischen Ansichten und ihren unzüchtigen Sitten entfernt halten. Sowie für Schaatnes (vgl. oben S. 69) giebt Ibn Esra (zu Lev. 19, 19) auch für Kilajim als Grund an, dass es zur Erinnerung diene, erklärt aber nicht, woran dadurch erinnert werden solle. Nachmanides (zu Lev. 19, 19) legt folgenden drei Mischlingsverboten, nämlich: das Verbot, Thiere verschiedener Arten mit einander zu paaren, das Verbot der Kilajim, das von Schaatnes, welche sämmtlich in einem Verse (Lev. 19, 19) stehen, einen Grund bei, und der ist: die Achtung vor den Gesetzen der Natur, deren Urlieber Gott ist, wodurch eben jedes Zustandebringen naturwidriger Verbindungen direkt zum Vergehen gegen diesen wird. Denn wer z. ß. Thiere verschiedener Art zur Hervorbringung neuer Arten zusammenbringt, zeigt damit, dass die Schöpfung Gottes nicht ganz und vollkommen genug sei und erst durch solche Handlungen ihr nachgeholfen werden müsse. Auch das Tragen vermischter Gewebe (Schaatnes), meint Nachmanides, ist deshalb verboten worden, um möglichst jede Vermischung verschiedener Arten fern zu halten. Für diese Erklärung des Nachmanides, nach welcher allen diesen Verboten ein gemeinsames Prinzip zu Grunde liegt, spricht allerdings der Umstand, dass dieselben an einer Stelle ohne jede Unterbrechung zusammengestellt sind, und zwar stehen sie in Leviticus in einem und demselben Verse, in Deuteronomium (‘22, 9 -11) ist dies zwar nicht der Fall, sie folgen aber in einzelnen Versen ohne jede Einschiebung oder Unterbrechung durch andere Vorschriften aufeinander. Im Deuteronomium aber kommt an die Stelle des Verbotes, verschiedenartige Thiere mit einander zu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.