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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 70

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 70 (sequence 73)
Language
German
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70 Phylakterien, das Passah- und Laubhüttenfest zur Erinnerung dienen. Dass das Passah- und Laubhüttenfest, Schaufäden, Mesusa und Phylakterien die Bestimmung haben, das jüdische Volk an gewisse historische Ereignisse zu erinnern, oder demselben gewisse Lehren der Religion stets gegenwärtig zu halten, kann wohl Jeder einsehen, woran aber das Nichttragen des Schaatnes erinnern könne, giebt Ibn Esra nicht an und schweigt ganz darüber. Josephus (Ant. 4, 8, 11) giebt als Grund für das Schaatnesverbot an, dass solche Kleider die Tracht der jüd. Priester gewesen seien und daher den Laien zu tragen verboten wurde. Der als Interpret der Kant’schen Philosophie bekannte Laz. Bendavid erklärt in Sulamith (Jahrg. III, Bd II, S. 1—8) das Schaatnes-Verbot folgenderweise: ״Der Gesetzgeber verbot den Juden bloss die äusserst theueren Sindones Byssinae zu tragen, weil dadurch ein Luxus bei dem Volke eingeschlichen wäre, der mit der von ihm bezielten Sitteneinfalt durchaus in keinem Einklang gestanden haben würde. Ueberdies hätte der Ankauf dieser seltenen Kleider das Volk zu einem Verkehr mit den Egyptern führen können, welches der Gesetzgeber, wie wir oft gcsehen haben, auf alle Weise verhindern wollte“. Auch in der Bestimmung, dass Männer nicht Frauenkleider und Frauen nicht Männerkleider und Rüstung (כלי גבר) anlegen sollen (Deut. 22, 5), sieht Maimonides ein Verbot gegen eine damals herrschende heidnische Sitte, die nicht minder wie die anderen bereits oben erwähnten direkt mit dem Sterncult zusammenhing.78) Er zitirt zum Belege aus dem Buche Thomthom eine Verordnung, nach welcher ein Mann ein buntes Frauenkleid anzulegen hatte, wenn er sich vor den Planeten Venus, eine Frau dagegen einen 16) Der Gebrauch, dass Männer weibliche und Frauen männliche Kleider bei gewissen Galten anlegten, kam, wie Chwolson in seinem Werke ״Die Ssabier und der Ssabismus‘• Bd. II, S. 731, Note 95 nachweist, in Griechenland, Rom, Cypern, Syrien und Assyrien vor.

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