Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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64 für immer aus dem Herzen des Volkes zu reissen. Mai« monides zeigt uns durch seine Mittheilungen aus den angeführten Büchern diese Bräuche (Wolkendeutung, Geisterbannung, Zauberei etc.), die nach dessen Angaben bei den Ssabiern, Chaldäern,65) häufiger aber bei den Egyptern und Kanaanitern66) einheimisch waren und einen wesentliehen Theil ihres Cultus ausmachten, in ihrer ganzen Abscheulichkeit und Absurdität und erklärt das Verbot derselben einfach als Verbot einer Art von Götzendienst,67) aus welcher Erklärung auch die für die Uebung dieser Bräuche von der Bibel verhängte strenge Strafe — die Todesstrafe wie sonst für Götzendienst — begreiflich wird. Doch wollen wir den Maimonides selber hören. Nachdem er die verschiedenen Arten von Zauberei und die dabei vorkommenden Handlungen, wie es in jenen Büchern gelehrt wird, dargestellt, sagt er nämlich: ״Keine Handlung der Zauberei kann ohne Betrachtung der Sterne zu Stande kommen. Die Heiden glaubten nämlich, dass jede Pflanze, jedes Thier und jedes Metall einem Sterne angehöre. Ferner glaubten sie, dass diese Handlungen, durch welche die Zauberei zu Stande kommt, eine Art Cultus für den bestimmten Stern sei, der an demselben, an diesem Spruche, 65) Wie schon oben nach Chwolson mitgetheilt wurde, sind Chaldäer, Nabathäer identisch mit Babyloniern. 66) Schon aus manchen Steilen der Bibel geht hervor, dass in Kanaan, Babylonien und Assyrien die Zauberei einheimisch war. Man vgl. Deut. 18, 9—14; Jes. 47, 9, 12, 13; Ezech. 21, 26; Nahum, 3, 4; Dan. 2, 2. — In den Augen der Talmudlehrer galt auch Aegypten als die Hauptstätte von allen Arten von Zauberei, wofür folgende Stelle bezeichnend ist: "תבן אתה מכניס לעפריים“ (Menach. 85 a). 67) Schon die Bibel selbst zeigt durch die unmittelbare Zu- 8ammenstellung dieser Verbote mit dem des Genusses von Blut (Lev. 19, 26) und des Molochdienstes (Deut. 18, 10), dass der Gesetzgeber alle diese Verirrungen als mit einander zusammenhängend betrachtet. Auch folgende Stellen sprechen dafür, dass jene Bräuche zum Götzendienste in Beziehung standen: 2 Kön• 17, 16. 17; ibid. 21, 2-7; Micha 5,11-13; 2 Chron. 33, 3-7.