Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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60 1. in solche, welche nur das Unrecht aus dem geselligen Leben entfernen sollen; 2. in solche, die auch positiv die Verbreitung löblicher Sitten befördern. Bei dem nun erfolgenden Nachweis, wie die einzelnen Verordnungen mit dem gefundenen Gesammtzwecke zusammenstimmen, ist Maimonides seinem in den Kapiteln 27, 28 und 31 angenommenen principium divisionis untreu geworden. Anstatt die einzelnen Gesetze unter jene Gesichtspunkte zu stellen, theilt er sie in 14 Klassen ein,58) der in seinem grossen Werke Mischne Thora getroffenen Eintheilung analog. Den Beginn macht er hier wie dort mit den Fundamentallehren des Judenthums, zu deren Dar- Stellung ich hiermit übergehe. I. Klasse. Die Fundamentallehren des Judenthums. Die Fundamentallehren der mosaischen Gesetzgebung, sagt M. (More III, 36), diejenigen nämlich, welche eines philosophischen Beweises fähig sind, wie z. B. die Lehren, dass es einen einig einzigen Gott giebt, der unveränderlich, unkörperlich und keine Kraft in irgend einem Körper ist, den man durch die Betrachtung seiner Werke zu lieben und zu ehrfürchten lernen soll, sowie die dazu mitgehörenden Vorschriften, keine Handlung zu begehen, durch die sein Name entweiht werden könne, sondern denselben öffentlich zu heiligen, ferner seinen Propheten als dessen Boten zu gehorchen und den Thoralehrern, um ihre Sitten zu lernen, sich anzuschliessen,59) diese Lehren und Gebote, sagt M., *8׳j In More III, 35 giebt er eine allgemeine Uebersicht über diese 14 Klassen, um dann zur Besprechung jeder einzelnen Gruppe überzugehen. Von diesen 14 Klassen sind in der vorliegenden Abhandlung bloss die ersten zwei dargestellt, da diese schon genügen, um einen Einblick in die Maimonidische Erklärungsweise zugewähren. s9) Alle diese Gebote behandelt Mi in Hil. Jesode ha־Thora.