Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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57 mehreren Handschriften vor sich hatte, änderte er seine frühere Meinung, sowohl hinsichtlich des Verfassers, als auch der Abfassungszeit jenes Werkes und stellte in Bezug auf diese zwei Punkte neue Behauptungen auf, die er in seinem 1859 gleichfalls in St. Petersburg erschienenen Buche ״Ueber die Ueberreste der altbabylonischen Litteratur in arabischen Uebersetzungen“ niederlegte. Diese sind folgende: Der Chaldäer Qutami aus der Stadt Babylon sei der einzige und alleinige Verfasser des uns — wie Chwolson sich ausdrückt — in einer gewissenhaft ausgearbeiteten arabischen Uebersetzung vorliegenden Werkes, welches von den Mohamedanern ״Das Buch von der nabathäischen Landwirthschaft“ genannt wurde (ibid. 21 f u. 51). Dieser Qutami schrieb zu einer Zeit, als Babylonien von einer kanaanäischen Dynastie beherrscht wurde (ibid. S. 45, 56), deren Stifter Nemroda hiess (ibid. 51), und zwar lebte er nicht allzulange nach der Gründung dieser Dynastie (ibid. 55). Der biblische Nimrod spi mit dem in der Agric. Nabath. erwähnten Nemroda, also mit dem Stifter der kanaanäischen Dynastie in Babylonien identisch (ibid. 72, 73). Die kanaanäische Invasion in Babylonien habe ziemlich lange vor Moses stattgefunden, etwa im IG. Jahrhundert (ibid. 65). Die späteste Zeit endlich, in der Qutami geschrieben haben mag, sei etwa der Anfang des 13. Jahrhunderts vor Chr., es sei aber nicht unwahrscheinlich, dass er noch im 14. Jahrhundert jenes Werk schrieb (ibid. 78). Während wir nun durch die Behauptungen Chwolson’s die fast erfreuliche Ueberzeugung gewannen, dass Maimonides’ historische Begründungen vieler Gebote auch vor der historischen Kritik gerechtfertigt sein können, so werden wir dieses angenehmen Gefühles ganz entäussert, wenn wir die Kritik Alfred's von Gutschmid (in der Zeitschrift der