Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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51 Mensch vermag nämlich nicht von einem Extrem in das andere plötzlich überzugehen, und es widerstrebt seiner Natur, dass er mit einem Mal sich von dem losreisse, woran er lange Zeit gewöhnt war. Deshalb sind ausser den Vorschriften, die direkt zur Erreichung des Hauptzweckes führen und also um ihrer selbst willen geboten worden sind, noch viele andere erlassen worden, bei denen hauptsächlich die Rücksicht auf die Vorgefundenen Sitten, Gebräuche und die damalige Weltlage überhaupt obgewaltet hat, und zu denen namentlich die auf den Opfercult bezüglichen gehören. Es unterliegt keinem Zweifel, dass diese Klasse von Verordnungen, welche mit Rücksicht auf die damals herrschenden Sitten verordnet worden sind, in ihrem wahren Grunde erst dann erkannt werden kann, wenn man sich eine geschichtliche Kunde des Ssabismus - bei M. gleichbedeutend mit Heidenthum, wie es hier weiter gezeigt werden wird —■ verschafft hat. Seitdem aber die Schriften der Ssabier ins Arabische übersetzt wurden, bemerkt M., so haben wir in diesen ziemlich reichhaltige Quellen erhalten. Wenngleich diese Uebersetzungen ohne Zweifel nur ein geringer Theil von dem ist, was noch nicht übersetzt worden, oder das gar im Strome der Zeit untergegangen ist, so verschaffen uns doch die noch geretteten Schriften ziemlich genaue Kunde über die ssabischen Meinungen und Gebräuche, die nur zum Theil heutzutage bekannt sind. Die Kenntniss jener Meinungen und Gebräuche aber bieten ein treffliches Hülfsmittel dar für die Angaben der Ursachen vieler mos Verordnungen. Denn die Axe der ganzen mos. Lehre dreht sich um diese zwei Funkte, nämlich um die Verbannung jener Meinungen aus dem Herzen des Volkes und um das Verschwindenlassen ihres ganzen Andenkens (More 111, 29). —