Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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seinen Bruder u. s. w., wenn dieser ihn zum Götzendienst verführen will, nicht verschonen, sondern ihn zum Tode bringen soll; die Formel „schaffe das Böse aus Deiner Mitte“ richtet sich aber immer nur an die Gesamtheit. Ebensowenig ist es aber gerechtfertigt, den Zweck der Abschreckung aus dem mos. Strafrecht ganz hinweg zu disputieren;1) denn die vier Stellen sprechen zu deutlich dafür, dass der Gesetzgeber die abschreckende Wirkung der Strafe erkannt und zu würdigen gewusst hat. Er bezweckt damit keineswegs einen „Furchtgehorsam der äusseren That;“ wohl aber weiss er, dass es im Volke stets solche Elemente giebt, die der Furcht bedürfen, um vor dem Verbrechen zurückgeschreckt zu werden, und darum ist es gut, dass das ganze Volk von der Bestrafung Kunde erhalte; die Art oder Höhe des Strafmasses ist jedoch keineswegs durch den Abschreckungszweck bedingt. Die Strafe in ihrer ganzen Schwere trifft den Schuldigen einzig und allein, weil er schuldig ist; der Abschreckungszweck hat keinen solchen Einfluss, dass er auch nur im allergeringsten Masse strafschärfend zu wirken vermag. — (Schluss folgt). l) Wie dies von Welcker a. a. 0. S. 293 geschieht. S. dagegen Biehm, HWB. S. 1569. „Nicht als eigentliches Strafprincip, woh aber als ein Zweck der Bestrafung wird auch die Abschreckung des Volkes vom Verbrechen hervorgehoben“. S. auch S. Mayer a. a. 0. S. 26. Magazin, Heft 1.1893. 4