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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 47

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 47 (sequence 50)
Language
German
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47 denn dieser Gedanke ist ausdrücklich in dem Satze ausgesprochen „die Uebrigen werden es hören und sich fürchten nnd nicht wieder solch’ Böses thun“: Der Satz kann vielmehr keinen andern Sinn haben, als den bereits für die Sätze Deut. 19, 13 und 21, 9 angegebenen der Sühnung nnd Entlastung der Gemeinschaft von der durch das Verbrechen auf ihr lastenden Mitschuld. Israel soll eine reine und heilige Gemeinschaft vor Gott bilden und nichts Unreines, Unheiliges und Unrechtes in seiner Mitte dulden; durch die Bestrafung des Verbrechers befreit sich die Gemeinde von jeder Schuld, schafft sie das Böse aus sich hinaus und wird vor Gott entsühnt, der ihr das begangene Verbrechen nun nicht als Schuld anrechnet und sie nicht heimsucht wegen des in ihrer Mitte geschehenen Frevels.1) Die Erzählung im Richterbuche epp. 19—21 bestätigt diese Auffassung unseres Satzes. Ein Weib wird von Einwohnern der Stadt Gibeah zu Tode misshandelt (19, 26). Wie ein Mann erhebt sich ganz Israel und fordet von dem Stamme Benjamin, zu dessen Gebiet Gibeah gehört, die Auslieferung der Uebelthäter mit folgenden Worten (20, 12): „Was ist das für eine Bosheit, die in Euerer Mitte geschehen? (13) Gebt heraus die nichtswürdigen Leute von Gibeah, dass wir sie hinrichten, auf dass wir fortschaffen die Bosheit aus Israel.“ Dieses Verlangen wird nicht erfüllt, und es entsteht ein Bruderkrieg. Der Vf. hat hier gewiss nicht im Auge, dass dieses Fortschaffen der Bosheit zu dem Zwecke geschehe, um vorzubeugen, dass diese Buben nicht wieder eine solche Schandthat, oder andere ähnliche Handlungen verüben. Wenn es Israel nur darum zu thun gewesen wäre, brauchte es nicht einen solchen Vernichtungskampf gegen sein eigenes Fleisch und Blut zu führen. Wohl aber lässt sich das Motiv zu diesem heiligen Kriege dann ver- L) Vgl. Knobel und Dillmann, Comm. zu Deut. 13, 6; Saalsch. a. a. 0. S. 440/41.

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