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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1892-01-01 · 1 (1892) · p. Seite 247

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
19 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 247 (sequence 249)
Language
German
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heldenmüthige Kampf Israels um seine Selbstständigkeit noch in Erinnerung war, in welchem dieses schwache Völkchen Anfangs den Römern Schläge beigebracht hatte, die deren Niederlage an der Allia, bei Caudinum und bei Cannae an die Seite gesetzt werden konnten, wie dies die Worte des Cornelius Fronto in einem an Antoninus Pius und M. Aurel gerichteten Schreiben (Ep. ed. Mediolan. II 3^1) bekunden (vgl. Lebrecht in ״Magazin“ 1876 S. 34). Wenn auch die Judenfeinde aller Zeiten kein Wort der Aner־ kennung gegenüber eines solchen Heldenmuths hatten, so darf man bei dem edlen Charakter des Philosophen Marc Aurel im Gegentheil voraussetzen, dass er der heldenmüthigen Nation seine Achtung und sein Mitleid nicht versagt habe. Man kann wohl mit Sachs (Beiträge II S. 126) zugeben, ״dass die Persönlichkeit Marc Aurels, des Philo־ sophen, in ihrer scharfen stoisch ausgeprägten Phisiognomie, mit der vorzugsweise griechischen Bildung am wenigsten geeignet erscheint, in die ihm gewiss fremde und verschlossene Welt jüdischer Vorstellung einzugehen, was ihm als Freunde des altern Rabbi nach der Darstellung Rapoports zugemuthet wird.“ Wir glauben deshalb, auch hierin von Rapoport abweichen zu müssen, dass wir nicht sämmtliche Antoninus־ Agadot auf M. Aurel, sondern nur zum Theil auf den ״älteren Ant.“, zum Theil aber auf den Jüngern Ant.“ beziehen, oder auch als spätere nicht historische Agada1) erklären. Unter Antoninus wird wohl M. Aurel verstanden werden müssen in vielen altern Agadot, besonders da, wo dieser Herrscher als tugendhafter, gottesfürchtiger Mann bezeichnet wird, namentlich in den Agadot der §§ 1, 2, 3, 4, 5, 6, (7?) 8, 10, 26, 28, 32, 33. 37) Schwierig bliebe nur die Benennung אנטונינוס בן אסוירוס in § 1, wo höchst wahrscheinlich M. Aurel gemeint l) Es braucht für den Kundigen nicht erst gesagt zu werden, dass viele Agadot gar nicht historisch genommen sein wollen, sondern nur moralische und religiöse Lehren bezwecken, vgl. Mebo ha-Talmud von K. Samuel ha-Nagid v. והגדה.

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