Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 170)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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168 Erhaltung seines Leibes nothwendigen Dinge zur rechten Zeit findet. Zur Beschaffung dieser Dinge genügt aber die Kraft des Einzelnen nicht, sondern erst das gesellige Leben — ein dem Menschen natürlicher Zustand — gewährt sie in vollkommener Weise. Die zweite Vollkommenheit wiederum besteht darin, dass er ein Erkennenderder Wirklichkeit nach werde54), d. h. dass er Alles erkennt, was gemäss dieser Vollkommenheit sich nur immer von den Dingen erkennen lässt• Es ist aber klar, dass diese letztere Vollkommenheit weder tugendhafte Handlungen, noch tugendhafte Eigenschäften, sondern lediglich Erkenntnisse enthält, die durch Nachdenken und Forschen gewonnen werden. Nicht minder aber ist es klar, dass die zweite Vollkommenheit die erste zu ihrer Bedingung hat, da ein erfolgreiches Denken, selbst ein von Aussen, z. B. durch Unterricht, angeregtes, dem Menschen unter körperlichen Schmerzen, bei quälendem Hunger und Durst, in starker Hitze oder Kälte nicht möglieh ist. Erst nach Erlangung der ersteren Vollkommenheit ist es ihm möglich, auch die letztere, die unstreitig die erhabenere ist, zu erreichen, und die allein die Fortdauer nach dem Tode sichert. — Die wahre Lehre, fährt Maimonides fort, diejenige nämlich, von der wir erklärten, dass sie die einzige ist, die ihres Gleichen nicht hat, die Lehre Moses’ nämlich, sie ist es, welche uns beide Vollkommenheiten, die geistige und körperliche zu ertheilen beabsichtigte. In Beziehung auf das geistige Wohl werden in dieser Lehre dem gemeinen Manne heilsame, seinem Fassungsvermögen angemessene Wahrheiten mitgetheilt. Diese metaphysischen Wahrheiten aber sind theils ausdrücklich, theils in bildlicher Ausdrucksweise mitgetheilt, weil auf den gemeinen Mann bei seiner 64) Entsprechend seiner oben dargestellten Ansicht vom "שנל הנקנה*, nach welcher dieser aus seiner blossen Anlage, dem youg öAtxög, durch Forschen und Nachdenken in die Wirklichkeit tritt, und zum שכל הנקנה (voüg inixTTjTÖg), zum erworbenen Geiste wird.