Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 163)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2572068-2572094-2572095--4474-2576416- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
161 eines Beispieles klar gemacht werden. Nehmen wir das Gebot der Opfer als Beispiel, so hat dies einen vernünftigen und nützlichen Zweck; wer aber dagegen sich abmüht, einen Grund zu entdecken, warum das eine Opfer ein Lamm, das andere ein Widder, und warum diese Zahl von Opferthieren und nicht jene, der begeht eine grosse Thorheit und vermehrt die Ungereimtheiten statt sie zu vermindern 37). Und wer sich einbildet, dass auch diese Einzelheiten irgend einen Grund haben, ist eben so weit von der Wahrheit entfernt, wie derjenige, der den bibl. Verordnungen überhaupt jeden Zweck abspricht. In der That aber erheischt es die Nothwendigkeit, dass manches Gesetz einzelne Be- Stimmungen habe, denen weiter kein Zweck zu Grunde liege. Und wie im Bereiche des Möglichen sich nicht fragen lässt, warum denn von den verschiedenen möglich seienden Fällen nur dies eine Mögliche wirklich geworden und kein anderes, da dieselbe Frage gestellt werden könne, wenn ein anderes Mögliche wirklich geworden wäre, ebenso kann man z. B. beim Opfer nicht fragen, warum ein Lamm, warum kein Widder, warum diese, warum nicht jene Zahl von Opferthieren, denn dieselbe Frage würde auch im umgekehrten Falle bleiben. III. Abschnitt. Maimonides' Lehre von der ״erworbenen Vernunft“ und dem ״höchsten Gute44 und der Gesammtzweck aller bibl. Vorschriften. Nachdem Maimonides nachgewiesen hatte, dass alle bibl. Gebote gewisse vernünftige Zwecke haben, ging er zuerst daran, den Gesammtzweck aller anzugeben, um dann wieder ausführlich nachzuweisen, wie die Zwecke der einzelnen Vorschriften mit dem gefundenen Hauptzwecke 37) Auch Ibn E8ra schliesst die Einzelvorschriften beim Opferwesen von jeder Begründung aus. (Jesod Mora V1H).