Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 154)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 152 — Ausdruck für die Aristoteliker — alle göttlichen Werke durchaus nützlich und jedem derselben liegt ein weiser Zweck zu Grunde, mag er uns bekannt sein oder nicht. Demgemäss heisst es auch in der heil. Schrift (Gen. 1, 31): ״Und Gott sah Alles, was er gemacht hatte und siehe da, es war sehr gut.“ Und so ist Alles, was er um anderer Dinge willen geschaffen hat, entweder für das Dasein derselben nothwendig, oder ihnen höchst nützlich. So z. B. ist die Nahrung der lebendigen Wesen eine nothwendige Bedingung für ihr Dasein, so die fünf Sinne derselben sehr nützlich für ihre Erhaltung. Nach denjenigen aber, welche annehmen, dass Gott keine Sache um einer anderen willen hervorbringe, dass es also keinen ursächlichen Zusammenhang unter den einzelnen Theilen der Schöpfung gebe, da dieselben bloss Werke seiner Willkür und nicht seiner Vernunft seien, bei welchen daher nach gar keinem Zwecke gefragt werden könne, nach diesen, sagt Maimonides, wären also die Handlungen Gottes gar in die Klasse der zwecklosen einzureihen, ja sie stünden noch weit unter denselben. Denn wer etwas thut, ohne einen Zweck dabei zu beabsichtigen, der ist nicht bei Sinnen und weiss selbst nicht, was er thut. Gott weiss aber wohl, wie sie selbst eingestehen, was er thut, und soll doch weder einen Zweck noch einen Nutzen beabsichtigen. Dass dessen Regelmässigkeit weit unverbrüchlicher ist.“ Maimonides weicht jedoch in etwas von Aristot. ab, denn während die Zweckmä88igkeit nach diesem der Natur immanent ist (Zeller a. a. 0. S. 427), so kommt sie nach jenem von aussen hör, vom ausserweltlichen Gott nämlich (Moi’e III, 25). Besieht man aber die Sache noch näher, 80 findet man noch einen zweiten Unterschied heraus. Aristoteles bringt den Beweis für die’! in Rede stehende Ansicht aus der Ordnung und dem Zusammenhang des Weltganzen und der Regelmässigkeit, mit welcher in demselben durchTgewisse Mittel gewisse Erfolge hetworgebracht werden (Zeller a. a. 0. S, 425), Maimonides aber hauptsächlich aus dem Gottesbegrifl, der mit der Unzweckmässigkeit der Schöpfung nicht vereinbar ist.