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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1892-01-01 · 1 (1892) · p. Seite 151

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
19 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 151 (sequence 153)
Language
German
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151 drückt — dass in Gott nothwendig alle Vollkommenheiten vereinigt und alle Mängel von ihm entfernt sein müssen; da wir also Alles, was in Gott eine Unvollkommenheit setzt, von ihm verneinen müssen: so wird ja demnach, sagt Maimonides, kein Vernünftiger behaupten, dass irgend eine Handlung Gottes entweder zwecklos, oder spielend, oder misslungen sei. Vielmehr sind nach unserer Meinung und nach der Meinung Aller, die der mosaischen Lehre anhängen, wie auch nach der Meinung der Philosophen20) —־ ein bei Maimonides üblicher 20) Maimonides erkannte die Rechte zweier Gegenstände an, die sonst von den meisten Gelehrten und Philosophen als schroffe und sich gegenseitig ausschliessende Gegensätze aufgefasst wurden lind noch werden, nämlich der Religion und der Philosophie; Bibel und Aristoteles sind ihm fast gleichstehende Autoritäten, Religion und Philosophie stehen bei ihm in gleichem Range, und daher kann er beide zur gegenseitigen Unterstützung gebrauchen; bald befestigt er einen Religionssatz au einem philosophischen Beweise, bald erhärtet er und beweist die Richtigkeit einer philos. Ansicht aus der Urkunde seiner Religion, aus der heilig. Schrift. So folgt er in der teleologischen Naturansicht, von der hier eben die Rede ist, dem Aristoteles und ist in der glücklichen Lage, neben dem philosophischen Beweis auch Schriftverse zu bringen, die hierfür sprechen. Betreffs der aristotelischen Ansicht von der Zweckmässigkeit der Natur vergl man die Darstellung bei Zeller, Philos. d. Griechen II. Bd. 2. Abth. 3. Aufl. S. 421 ff., aus welcher folgende Sätze hier Platz finden mögen: »Gott und die Natur, sagt er, (nämlich Aristoteles), thuen nichts zwecklos; die Natur strebt immer, so weit es die Umstände erstatten, nach dem Vollkommensten; nichts in ihr ist überflüssig, nichts umsonst, nichts unvollständig; gerade von ihren Werken gilt es vielmehr am meisten, und noch mehr, als von denen der Kunst, dass nichts darin zufällig ist, sondern alles seinen Zweck hat, und in dieser ihrer Zweckmässigkeit besteht die Schönheit der Naturerzeugnisse und der Reiz, den auch die geringsten derselben der Forschung darbieten«. (S. 424, woselbst die zahlreichen Belege in Anmerkung 3 zu vergleichen sind.) Ferner heisst es daselbst S. 425: »Wenn schon in den sterblichen Wesen, bemerkt er, eine durchgängige Zweckthätigkeit sich nicht verkennen lässt, so muss dies von dem Weltganzen noch vielmehr gelten, dessen Ordnung weit strenger,

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