Mannheim
Compact Memory

Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1892-01-01 · 1 (1892) · p. Seite 144

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
19 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 144 (sequence 146)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2572068-2572094-2572095--4457-2576399
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

144 nicht viele Rosse, dass er nicht das Volk nach Egypten zurückführe, um viele Rosse zu erwerben. Salomon sprach: Ich werde mir viele Rosse anschaffen, das Volk aber dennoch nicht nach Egypten zurückführen. Es wird aber in der Schrift mitgetheilt (1 Kön. 10, 29): Und es kam herauf und ward ausgeführt ein Gespann aus Egypten etc.u 11). Wohl kommen auch im Talmud von den Mischnalehrern, Tannaiten, herrührende Begründungen mancher Gesetze vor, ihre Zahl ist aber gegen die grosse Zahl der Gesetze eine verschwindend kleine. Von diesen wenigen Begründungen sei mir gestattet, einige hier als Beispiele anzuführen. Für die Todesstrafe bei dem abtrünnigen und widerspenstigen Sohn (Deut. 21, 18f.) wird als Grund angegeben, dass er infolge seines ausschweifenden, zügellosen Lebenswandels mit der Zeit nothwendig auch zum Morde verleitet werden müsse. (Sanhedrin 71b und 72 a). Der beim Einbrüche angetroffen wird, kann deshalb ungestraft umgebracht werden (Exod, 22. 1), weil er mit dem Vorsatze zu morden einbrach. (Ibid. 72a). Der Dieb, der das gestohlene Thier schlachtet oder verkauft, wird deshalb strenger (Exod. 21, 37), als derjenige, bei dem man dasselbe noch lebendig gefunden (ibid. 22, 3), bestraft, weil er sich in die Sünde tief hineingewurzelt, hineingelebt hat. (Baba Kamma 67 b). ln der Stelle in Erubin 13 b, in der von Symmachos, einem Schüler des R. Meir, mitgetheilt wird, dass er viele Gründe für Unreinheit und Reinheit, d. h. für die levitisch unreinen resp. reinen Gegenstände, anzugeben vermochte 12), ״) Die Stelle lautet: מפני מה לא נתגלו טעמי חורה? שהריב׳ מקראות נתגלה טעמן נבשל בהם גדול העולם. כתיב: "לא ירבה לו נשים", אמר שלמה אני ארבה ולא אסור; וכתיב: //ויהי לעת זקנת שלמה נשיו הטו את לבבו". וכתיב: "ולא ירבה לו סוסים", ואמר שלמה אני ארבה ולא אשיב; וכתיב: ^ותצא מרכבה ממצרים וגו׳". Hierzu vergleiche man die sehr interessante Stelle in Mahn., Sepher ha־Mizwoth, Verbot 365. "תלמיד היה לו לד מאיר וסומבוס שמה שהיה אומר על כל דבר ודבר (2ג של טומאה מ״ח טעמי טומאה, ועל כל דבר ודבר של טהרה מ״ח טעמי טהרה".

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.