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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1892-01-01 · 1 (1892) · p. Seite 141

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
19 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 141 (sequence 143)
Language
German
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141 Sehr zutreffend vergleicht der kritische Ibn Esra (1093 bis 1167) die Verfasser der מErmahnungenw —־ um ihr mechanisches Verfahren zu characterisiren — einem Manne, der nachrechnet, wie gross die Zahl der in einem Arznei־■ buche vorkommenden Kräuter sei, ohne einzusehen, welchen Nutzen jedes derselben habe. Was frommt ihm denn, fragt Ibn Esra, die blosse Kenntnis ihrer Namen?* * 5). Die Verfasser der Asharoth scheinen überhaupt ein© gewisse Abneigung gegen jede vernünftige Motivirung eines Gebotes gehabt zu haben, so dass sie selbst diejenigen Begründungen, welche in der Bibel selbst Vorkommen, nicht , als solche betrachten, sondern sie mit zu den Vor- Schriften zählen. Ibn Esra führt von diesem ihrem Verfahren mehrere Beispiele an6); der Kürze halber aber werde ich mich auf die Anführung eines einzigen Beispieles beschränken. R. Simon Kahira, dem Jene gefolgt sind, hält in der Verordnung (Deut. 17, 17): ולא ירבה לו נשים ולא יסור לבבו letzteren Teil derselben, ולא יסור לבבו nämlich, Compendium der jüd. Gesetzeskunde aus dem 14. Jahrhundert« (Breslau, 1871) betitelten Schrift S. 15, Anm. 1 auf. 5) Im Jesod Mora JI, g. E. befindet sich diese Stelle, welche folgenderma88en lautet: והנה בעלי האזהרות דומים לאדם שסופר כמה הוא מספר העשבים הכתובים בספר רפואות! והוא לא יכיר מה תועלת בכל אחד מהם; ומה יועילו לו שמותם? Ja, Ibn Esra (das.) verwirft überhaupt— gegen den Ausspruch des R. Samlai, auf den •doch von allen jüd. Gelehrten so grosses Gewicht gelegt worden ist — jede Annahme von einer bestimmten Zahl der bibl. Vorschriften, indem er behauptet, dass die göttlichen Gesetze ohne Ende seien und stützt sich hierbei auf den Ausspruch des Psalmisten (119, 96): *Man sieht ein Ende aller Vollkommenheit: doch unbegrenzt ist dein Gebot«. Man findet dieselbe Ansicht auch bei den Karaiten vertreten, die sich ebenfalls auf den angeführten Vers stützen. (In der hebräischen Beilage zu Neubauers Schrift »Aus der Petersburger Bibliothek« Lpz. 1866 8. 6). Man vergl. das hebr. Jahrbuch Hechaluz 1853, S. 3f. 6) Jesod Mora II, ferner in seinem Pentateuch-Commentar (zu Exod. 20,1). Man vergl. ferner Grundsatz 5 im Sepher ha-Mizwoth des Maimonides.

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