Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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68 2. Die jüdische Exegese vom 11. bis 15. Jh.: die Verteidigung. a. In traditionell-messianischem Sinne.1) ״Man könnte eine lange kritische Geschichte dieser Stelle schreiben.“ Herder, vom Geiste der Ebr. Poesie (Wien 1819). II, 156 A. Wie I. Lewinsohn (1841 ,אחי׳ שילוד החוזה, p. 11A.) einmal richtig bemerkt, kann man auf die jahrhundertelang währende Polemik, die sich um unseren Vers im Besonderen entspann, das Wort des Midrasch (Ber. r. c. 80 p. ע״ה) an wenden: x) Nachträglich sei noch eines Werkes von K. Köhler, welches eigentlich in die neuere kritische Literatur über ״Schi 10“ gehörte, hier Erwähnung getan, da es den ״Segen Jacob’s mit besonderer Berücksichtigung der alten Versionen und des Midrasch krit.-hist. untersucht und erklärt“ (Berlin 1867). Midraschim werden an dem betreffenden Orte zu v. 10 (p. 51 f.) kaum mit einem Worte berührt; da hätte der Verfasser wahrlich reichlich Gelegenheit gehabt durch Aufhellung der bedeutenden Schwierigkeiten, auf welche wir in Abschn. II (Jg. 1890, 152 ff. und 177ff.) hinwiesen, einen ״Beitrag zur Geschichte des hehr. Alterthums, wie zurGesch. der Exegese“ zu liefern Was die Versionen anbelängt, so ist zwar, ספרא und ספרי ן מאלפי אורייתא in TO. und TJbU., sowie ס ברי ן מלפי אורייתא in TJ. nicht im Allgemeinen als Schrift- und Gesetzeskundige, sondern als ״Soferim“ oder als ״Saboräer“(!) aufzufassen, kühn, doch nach unserer Ansicht wenig ״hist.-kritisch“; vergl. dazu Levy, Trgm. Wb. II, 140 b und 183 b s. v. (Der für die Ableitung des Namens סבוראי von ס ברי ן in T. jer., wenn auch nicht in Ps. Jon., für ספרא bei Onkelos erbrachte Beweis ist bereits bei Brüll, Jb. VII, 106 aus sachlichen Gründen zurückgewiesen). — Dass die Auslegung im Jalk שי לו kaum ähnlich sein dürfte der LXX—La. ra änox., s. Jg. 1890, 179. — Nach der Ludolfschen Uebertragung (ib. 25) hat der äthiopische liebersetzer שילה nicht mit ״der, auf den die Erwartung gerichtet ist“, sondern ״quod praeparatum ei“, wiedergegeben, wie überhaupt ״der zu erwartende“ mit ״dem es auf bewahrt ist“ nicht so leicht zu identificieren ist. — Was soll auch heissen, die Vulgata habe mit ״Anklingung an שלוח: qui mittendus ist (1. est)“?!