Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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51 den Sohn des Severus, Antoninus Caracalla, zu verstehen, der nach Nr. 26 als Enkel Ant. d. altern, d. h. Mark Aurel’s, bezeichnet werden konnte. Wenn Rabbi in einem Monate mit diesem Antonin gestorben wäre, so würde dessen Tod im April 217 erfolgt sein. Freilich wissen wir nicht, was mit dem ,קרבן מלך סיסי anzufangen sei. Allein da hier jedenfalls eine Oorruptel vorliegt, so muss hier irgend ein sonst unbekannter orientalischer Fürst genannt sein, der nur deshalb mit Rabbi und Antoninus zusammengestellt wurde, damit der Vers Sach. 11,8 buchstäblich in Erfüllung gegangen sein sollte. 31) Eine spätere Sage meldet, dass zur Zeit der Geburt Rabbi’s die Beschneidung verboten war. Dennoch Hessen die Eltern ihr Kind beschneiden. Um ihn vor Verfolgungen zu schützen, vertauschte ihn die Mutter mit dem zur selben Zeit geborenen Antoninus, der eine Zeit lang von Babbi’s Mutter genährt wurde. Eine Folge davon war, dass bald darauf das Verbot der Beschneidung aufgehoben wurde. Vgl den in Tos. zu Aboda sara 10b v. אמר citirten Midrasch, der nach Rapoport aus Midrasch rabbati (des R. Mose ha-Darschan) Abschnitt ויצא stammt. Ausführlicher ist diese Sage in der Jellinek’schen Samrnlung Bet ha-Midrasch Th. VI, S. 130f, vgl. dort Jellinek’s Bern. S. XXXIL Der historische Hintergrund dieser Sage ist die Thatsaehe, dass unter der Regierung Hadrians die Beschneidung verboten worden war, welches Verbot später von Antoninus Pius aufgehoben wurde (vgl. Digest XLVIII, 8, 11,). 32) Besonders bemerkenswert!! sind diejenigen Agadot, welche von dem Ueber tritt des Antoninus zum Judenthume zu erzählen wissen. Man kann hier noch die Spuren des Weges entdecken, welchen die Sage vom ersten Beginne ihrer Entstehung bis zu ihrer vollständigen Ausbildung zurückgelegt hat. Die Primärquelle ist in Midrasch Thillim 22 (vgl. ed. Buber Nr. 143) und Wajikra r. c. 3. Dort heisst es: ״Ihr Gottesverehrer preiset ihn“ (Ps. 22,24)