Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Wenn Grätz (in Frankels Monatsschrift 1852 S. 431), in unverantwortlicher Weise generalisirend, meint, ״in den Quellen, die von dem Verhältnisse zwischen Räbbi und Antomnus handeln, spielt die Stadt Tiberias eine Hauptrolle“, und aus vorliegender Sage schliessen will, dass nicht R. Juda Ir, dessen Sitz nicht in Tiberias war, sondern R. Juda II. der Freund des Antoninus gewesen sein müsse, so verkennt er ganz den Charakter dieser Agada, der eben nur die Erklärung Tiberia’s als Colonie nach dem Tode des Ant. von Seiten seines Nachfolgers zu Grunde liegen mag. Noch unverantwortlicher ist das Verfahren Geigers (Jüd. Zeitschr. 1869 S. 156ff.), aus der Sagenhaftigkeit dieser späteren babylonischen Agada die Berechtigung herzuleiten, alle Antoninus-Agadot, ohne ihr Alter und ihren Ursprung zu prüfen, sammt und sonders für unhistorisch zu erklären. 27) Noch in einer Baraita kommt Severus der Sohn des Antoninus vor, wo erzählt wird: ״Justine, die Tochter des Severus ben Antoninus, kam einst vor Rabbi und fragte ihn, zu wie viel Jahren das Weib heirathen kann.“ (Nidda 45 a). Auch hier ist wahrscheinlich Septimius Severus gemeint, den man in Palästina ״ben Antoninus“ genannt haben mochte. Hieraus wäre zu schliessen, dass Rabbi noch während der Regierungszeit des Septimius Severus gelebt hat; denn es ist nicht wahrscheinlich, dass dieser Vorfall noch vor der Regierung des Severus stattgefunden habe. Allerdings ist eine Tochter Justine von keinem der in Betracht kommenden Kaiser irgendwie bekannt, und es lässt sich aus dieser Agada mit Sicherheit nicht ermitteln, wer unter Severus und Antoninus zu verstehen sei Rapoport will ווסטיני lesen und dies für ״Faustina“ halten, welcher Frauenname in der Familie der Antonine oft vorkommt. 28) Aus folgender Agada ergibt sich, dass Rabbi den Kaiser Antoninus überlebt hat: ״Als Antoninus gestorben war, sprach Rabbi: ״Das Band (der Freundschaft) ist