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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1892-01-01 · 1 (1892) · p. Seite 47

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
19 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 47 (sequence 49)
Language
German
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47 fortfliegen lasse!“ Da dachte Antoninus: Gewiss will Rabbi mir hiermit sagen, ich solle von ihnen verlangen, dass mein Sohn Severus an meiner Stelle regiere, und dann dem Severus sagen, dass er Tiberia zur Colonie mache. (Ab, sara 10a). Dieser Sage scheint eine geschichtliche Thatsache zu Grunde zu liegen. Es scheint nämlich in der That die Stadt Tiberias von einem Kaiser Namens Severus zur Freistadt erklärt worden zu sein. Am einfachsten würde die Entstehung der Sage begreiflich sein, wenn dies von Septimius Severus geschehen wäre. Dieser (reg. J193—211) betrachtete seinen Wohlthäter, den Kaiser M. Aurel. Antonimus, als seinen Vater und konnte von der Sage auch als Sohn des letzteren gehalten worden sein. War nun M. Aurel ein Freund des Rabbi und der Juden, so ist nichts natürlicher, als dass in der Volkssage die von Seiten des Severus erfolgte Erklärung Tiberia’s als Colonie auf die Anregung des Antoninus, des ״Vaters“ Sever’s, zurückgeführt wurde. — Spartian (Sever. 17) erzählt, dass Septimius Severus, als er nach Besiegung der Parther nach Syrien und von da nach Alexandrien reiste, den Palästinensern sehr viele Privilegien gab (Palaestinis plurima jura fundavit). Allerdings ist hier von den heidnischen Einwohnern Palästina’s die Rede. Denn Spartian erzählt an derselben Stelle, dass Severus unter schwerer Strafe verbot, Jude oder Christ zu werden. Allein die Stadt Tiberia mag wohl damals zum grössten Theil von Heiden bevölkert gewesen sein. Die frommen Juden haben lange Zeit die Stadt Tiberia gemieden, weil viele Gräber in derselben waren ( vgl. Josephus ant. 18, 2, 3). Erst R. Simon b. Jochai (etwa 150 n. Ohr.) erklärte die Stadt für rein (Sabbat 34 a), was jedoch nicht ganz ohne Widerspruch blieb. Erst allmählich mochten die frommen Juden den Aufenthalt in dieser Stadt gewählt haben. Die Erklärung der Stadt als Freistadt ist dann auch den Juden zu Gute gekommen״

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