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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1892-01-01 · 1 (1892) · p. Seite 37

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
19 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 37 (sequence 39)
Language
German
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87 hätten, zu behaupten, dass Antoninus gegenüber dem heiligen Lehrer Rabbi Recht behalten habe. Wahrschein־ lieh sind sie einem alten Agadabuche entlehnt, deren schon zur Zeit der ersten Amoräer verschiedene vorhanden waren (vgl. Sanhedrin 57 b, Gittin 60a und ausführlich Rapoport Erech Millin v. אגדה). 7) Antoninus fragte unsern heiligen Rabbi: Ich will nach Alexandrien reisen, wird etwa dort ein König auftreten und mich besiegen? Da erwiderte Rabbi: Ich weiss nicht. Indessen steht in unserer heiligen Schrift geschrieben, dass Aegypten niemals einen König oder einen Herrscher aufstellen wird, denn es heisst (Ez. 29, 15) Es (Aegypten) soll niedriger sein als alle Königreiche, dass es sich ferner nicht erhebe über die Völker, und ich werde sie vermindern, auf dass sie nicht die Völker beherrschen (Mechilta Schir. 6). Fürst im ״Magazin“ 1889 S. 41 ff. meint, dieser Kaiser sei gewiss Antoninus Caracalla (regierte 211—217), der Sohn des Septimius Severus, der nach Dio Cassius 77, 22 die Bewohner Alexandriens hart bestrafte, weil sie ihn als Mörder seines Bruders Geta verspottet hatten. Hinzugefugt wird aber (allerdings unnöthigerweise), dass dann der erwähnte Patriarch R. Juda II. gewesen sein müsse. Allein R. Juda II. heisst nie רבעו הקדוש und wird überhaupt in der Mechilta niemals erwähnt. Eine Verwechselung der beiden R. Juda ist in der Mechilta vollständig ausgeschlossen, da dieser Midrasch ungefähr zur Zeit R. Juda II. oder kurz nach dessen Tode redigirt wurde. Fürst scheint übersehen zu haben, dass bereits Rapoport (1. c. S. 222 f.) diese Mechiltastelle auf Marc Aurel bezogen hat. Der König, den Antoninus fürchtete, war vielleicht der kühne Isidorus, der an der Spitze von Hirten und Räubern sich beinahe Alexandriens bemächtigt hätte, als es dem berühmten Feldherrn Avidius Cassius gelang, der Empörung Herr zu werden (Dio Cassius 71, 4, Vulcac. Gail., vita Cassii 6). Oder es war Avidius Cassius selbst,

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