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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1892-01-01 · 1 (1892) · p. Seite 36

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
19 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 36 (sequence 38)
Language
German
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30 einer alten Mechilta entnommen zu sein. Rapoport (Kerem Ohemed 1. c. S. 226) macht darauf aufmerksam, dass die in vorliegender Erzählung von Antoninus gesprochenen Worte mit den Ansichten des Philosophen Marc Aurel, des Stoikers, übereinstimmen, wie sie oft in den von ihm geschriebenen Betrachtungen an sich selbst (8ig kauröu) zu finden sind (vgl. das. 2, 2; 4, 21; 6, 15; 9, 2; 10, 7). 5) Es sprach Antoninus zu Rabbi: Wann wird der Lebensgeist1) in den Menschen gegeben, zur Zeit der Empfängniss oder zur Zeit der Bildung2). Rabbi antwortete: Zur Zeit der Bildung. Darauf Antoninus: ״Ist's möglich, dass ein Stück Fleisch drei Tage ohne Salz steht, ohne übelriechend zu werden?! Es muss daher schon zur Zeit der Empfängniss der Lebensgeist in den Menschen kommen.“ Es sprach Rabbi: Diese Sache hat Antoninus mich gelehrt, und ein Schriftvers beweist es, da es heisst (Job 10, 12): Dein Bedenken bewahrte meinen Odem (d. h. als du mich zum Dasein bedachtest, hast du zugleich meinen Lebensgeist bewahrt). (Sanhedrin 91). 6) Ferner sprach Antoninus zu Rabbi: Von wann an herrscht der böse Trieb im Menschen, von der Zeit der Bildung, oder von der Zeit der Geburt? Rabbi antwortete: Von der Zeit der Bildung. Darauf Antoninus: Wenn dem so wäre, würde er ja ausschlagen im Mutterleibe und herausgehen! Daher kommt der böse Trieb erst nach der Geburt. Es sprach Rabbi: ״Diese Sache hat mich Antoninus gelehrt, und ein Schriftvers beweist es, da es heisst (Gen. 4, 7): An der Thüre lagert die Sünde“ (das.) Die beiden letztem Gespräche sind mit einigen Varianten auch in Ber. rabba c. 34 mitgetheilt. Sie scheinen einer andern Quelle entnommen zu sein, als das Gespräch im 4. Jedenfalls ist die Quelle alt, da die Späteren es nicht gewagt ו) Dass hier unter נשמה der Lebensgeist, nicht die vernünftige Seele zu verstehen sei, hat Rapoport (1. c. S. 227 f.) gezeigt. a) Ber. rabba liest: ״zur Zeit, da er aus dem Mutterleibe kommt."

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