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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1892-01-01 · 1 (1892) · p. Seite 17

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
19 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 17 (sequence 19)
Language
German
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17 die Negation der jenseitigen Vergeltung Veranlassung’ zur Bildung der Sadducäersekte geboten hat;1) der Kern des Volkes blieb jedoch der überkommenen Anschauung treu. So sehen wir also, wie im jüdischen Volke zu allen Zeiten die üeberzeugung geherrscht hat, dass ein Jeder genau seinem Handeln und Wirken gemäss von Gott belohnt und bestraft werden müsse. Zu welchem Zwecke aber Gott diese Vergeltung übe, ob sie Selbstzweck sei, oder ein Mittel zum Zwecke, darüber wird wohl schwerlich in den verschiedenen Schriften Einstimmigkeit geherrscht haben. In den meisten, wie bei Jesajah, den kleinen Propheten, einigen Psalmen (cf. Ps. 18 und 28), wird die Thatsache einfach als solche hingestellt, ohne dass sich bei ihnen ein Motiv herausfinden Hesse, welches Gott zu dieser vergeltenden Thätigkeit veranlassen könnte; in manchen erscheint die Vergeltung als ein Ausfluss der Gerechtigkeit (Zedek) Gottes, wieinPs. 7, 10. 12.18, oder seiner Gnade (Ohesed), weil er sich in seiner Allmacht beschränkt, so Ps. 62, 13; in anderen endlich hat die Vergeltung den Zweck, dass man Gott ehrfürchte allezeit, so I. Reg. 8, 40. Bei Jeremias ist es die Einsicht (Ezah) Gottes, die ihn bestimmt, auf das Handeln der Menschen Rücksicht zu nehmen (Jer. 32, 19), um einem Jeden nach seinem Wandel zu vergelten. Bei Ezechiel findet sich häufig als Zweck angegeben, „sie (die Israeliten) und die (anderen) Völker sollen es erkennen, dass ich Gott bin und dass Gott Israel straft wegen seiner Schuld“ (6, 10; *) Nach den talmudischen Berichten wenigstens ist diese Leugnung der jenseitigen Vergeltung [welche von Schülern des Antigonos ausging, die irregeleitet wurden durch dessen Ausspruch (Abothl, B), sich in seinem ethischen Handeln weder durch Hoffnung auf Lohn, noch durch Furcht vor Strafe bestimmen zu lassen], Veranlassung zu deren Häresie gewesen. Ab. d. R. Nathan cap. 5. Die historische Glaubwürdigkeit dieser Quelle wird nachgewiesen von E. Baneth: Ursprung der Sadokäer und Boethosäer. Frankfurt a. M., 1882, S. 3 ff. Magazin, Heft I, 1892. 2

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