Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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13 sprechendes hingestellt. „Ich strafe Dich nach Deinem Wandel“, heisst es mehrmals bei ihm.1 2) Straft Gott sein Volt in seinem Grimme, lässt er Greise und Jünglinge, Kinder und Krauen schonungslos niederschlagen (9, 6), so bringt er nur ihren eigenen Wandel auf ihr Haupt/) weil das Land voller Blutschuld ist v und die Stadt voll Bedrückung (9, 9; 22, 27). In ähnlicher Weise findet sich bei Hosea, Joel, Obadja3) der Vergeltungsgedanke ausgesprochen. In den Psalmen wird von Gott ausgesagt: „Gott vergalt mir nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. Mit den Frommen verfährst Du nach seiner Frömmigkeit, gegen den Redlichen nach seiner Redlichkeit, gegen den Reinen* nach seiner Reinheit, doch gegen den Verkehrten nach seinen krummen Wegen.4) Dem Verbrecher widerfährt dasselbe üebel, das er angerichtet oder das er anzurichten plant. „Die Grube, die er gegraben und ausgehölt, er fällt hinein in die Gruft, die er gemacht. Sein Unrecht kommt auf sein Haupt, und auf seinen Scheitel fällt seine Gewaltthat.“5) „Gieb ihnen (den Frevlern) nach ihren Thaten und nach der Bosheit ihrer Handlungen, nach dem Werk ihrer Hände gieb ihnen, lass kommen ihre That auf sie“,6) lautet das Gebet des frommen Psalmdichters. Auch in den Proverbien wird das Walten der Vor- L) Ezech. 7, 3. 8. 9; vgl. v. 27; 18,30; 24, 14; 33, 20; 36, 19. 2) Ezech. 9, 10; cfr. 11, 4; 16, 43; 22, 31. 3) Hos. 12, 3, vgl. 4, 9: Joel 4, 6-8; Ob. 1, 15-16. 4) Ps. 18, 26—28; II. Sam 22, 26-28. Im hebräischen Texte ist die Eorm der Vergeltung hier noch drastischer ausgedrückt: 'Ui iDnnn TDn by, was sich aber durch die Uebersetzung nicht gut wiedergeben lässt. — Aehnlich Ps. 62, 13: „Dein ist die G-nade, denn Du vergiltst einem Jeden nach seinen Handlungen.“ 5) Ps. 16, 17; ähnlich 9, 16, 17; 10, 2; 35, 18; 57, 7. Vgl. Kobel. 10, 8; Sirach 18, 29. c) Ps. 28; 4; vgl. 94, 2, 23; 137, 8