Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 303)
- Language
- German
- Belongs to
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300 JHe gottesdienstlichen Torträge der Juden, historisch entwickelt. Ein Beitrag zur Alterthumskunde und biblischen Kritik, zur Literatur- und Religionsgeschichte von Dr. Zunz. Zweite, nach dem Handexemplar des Verfassers berichtigte und mit einem Register vermehrte Auflage, im Aufträge der Zunz-Stiftung herausgegeben von Dr. N. Brüll. Frankfurt a. M. 1892. J. Kaufmann. Ein so verdienstvolles Werk, als welches die Veranstaltung dieser zweiten Auflage der Gottesdienstlichen Vorträge zu bezeichnen ist, bedarf keiner weiteren Anpreisung. Nur über die Art und Weise, wie die Aenderungen und Zusätze des Verfassers untergebracht sind, lässt sich streiten. Es wurde der Text des verewigten Verfassers gleichsam massoretisch behandelt und wie der Schrifttext mit vielen Kri und Ktibs — im Text und in den Anmerknngen datür Klammern — durchzogen. Was nach des Verfassers Aenderungen zu streichen war, wurde dennoch gedruckt und in der Anmerkung mit ״del.“ (deleatur) bezeichnet. Sicher werden mit mir sehr viele Leser des Buches diese Methode beklagen, welche das Studium des Werkes sehr erschwert und beeinträchtigt. Wie diese Methode bis ins Kleinlichste festgehalten wurde, erkennt man z. B. S. 61 der 2. Auflage, wenn man unten die Anmerkung 2 fa [del.]) mit der Originalausgabe S. 57 vergleicht. Auch Corcha (1. Korcha) S. 19 musste aufgenommen und bezeichnet werden! Nicht allein dies, auch die Verweisungen im Buche selbst sind unverändert nach dem ursprünglichen Werke geblieben. Vielleicht war dies aber ein Versehen des leider vor Beendigung des Druckes dahingeschiedenen Herausgebers, denn es sind die neuen Seitenzahlen hierbei nicht hinzugefügt worden. Erst vom 24. Bogen ab wurden die Ver- Weisungen nach der 2. Auflage eingerichtet und zwar durch Herrn Dr. A. Löwenthal in Berlin — jetzt Rabbiner in Tarnowitz, — den ich dem Verleger für die Anfertigung eines deutschen und hebräischen Registers empfohlen hatte, und der auch, um jenes Versehen zu verbessern, zugleich eine Concordanz der Seitenzahlen angelegt hat. Wenn man die Zusätze und Aenderungen in der 2. Auflage genauer kennen lernt, so wird man selten (so z. B. S. 68 und 166) wahrnehmen, dass darin auch nachträgliche Bemerkungen Späterer Berücksichtigung gefunden haben. Allerdings hat sich dies an manchen Stellen sehr gerächt. So z. B. ist S. 57 Note f in die Note c der S. 54 der ersten Ausgäbe unverändert hinübergenommen worden, nach welcher Aruch Artikel גם und Rokeacli § 59 aus dem Jeruschalmi zur Ordnung Kodaschim citiren sollen. Sieht man beide Citate genauer nach, so ergiebt es sich, dass sie in jener Note falsch aufgefasst worden sind. Aruchs Worte sind nach der Interpunktion בתלמוד ירושלמי בפרק אלו טרפות . . . citirt, wobei auffällig erscheinen muss, dass der Verfasser des Aruch eine Mischnastelle aus dem Jeruschalmi citirt, die ganz genau im Babli steht. Allein die Worte בתלמוד ירושלמי gehören zum Vorhergehenden und Aruch will sagen, dass im Jeruschalmi dort die Mischna so erklärt wird. Ebenso gehört im Rokeach