Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 301)
- Language
- German
- Belongs to
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298 R. Salomo Meschuilams wiedererkennt, der dann allerdings nahe an 50 Jahre sein Amt bekleidet haben müsste. Sollte dies unwahrscheinlich erscheinen, so bleibt nur übrig, den anonymen Nagid als den Vater Salomos, R. Joseph, zu identifiziren, welcher, wie ebenfalls Meschullam (1. c. p. 186) ahgiebt, der Vorgänger seines Sohnes war. Berlin. Dr. Eduard Biberfeld. Recensionen. Dr. UI.prüdem ann, Quellenschriften zur G-eschichte des Unterrichts und der Erziehung bei den deutschen Juden. Von den ältesten Zeiten bis auf Mendelssohn. Berlin 1891, Hofmann & Co. Ein neues Buch von Güdemann erregt ein ganz besonderes Interesse. Die bisherigen Leistungen dieses Gelehrten lassen erwarten, dass auch in diesem Buche eine Fülle von lehrreichem Materiale geboten werde. Mit dieser Aussicht ging ich an das Studium des Werkes, und ich bin durchaus nicht darin getäuscht worden. Schon die Einleitung, in welcher Anfänge und Entwickelung des jüdischen Erziehungs- und Unterrichtswesens dargestellt werden, bietet eine recht zeitgemässe Auseinandersetzung des Begriffes Lehre תורה, wofür aus dem jüdischen Hellenismus, der es mit voßoq — Gesetz wiedergab, bis in die neueste Zeit und in deren Litteratur jene Begriffsverwirrung eindrang, nach welcher die Thora nur auf Ausbildung einer starren Gesetzlichkeit ausgehe. Hieran schliesst sich eine geschichtliche Skizze in Betreff der Bildungsideale in der Diaspora, um dann die Entwickelungsgeschichte des Erziehungs- und Unterrichtswesens bei den deutschen Juden anzureihen. Das eigentliche Werk beginnt nunmehr in der ersten Abtheilung mit zahlreichen Mittheilungen aus hebräischen und jüdischdeutschen Werken und Testamenten, während die zweite Abtheilung Mittheilungen aus städtischen und jüdischen Gemeindeakten bietet, Im Anhänge werden am Schlüsse Lehrune Schulbücher näher behandelt. Verfasser hat seine Beiträge zur Geschichte des Unterrichts nicht auf bekannte Quellen-Schriften beschränkt, sondern aus weit entlegenen, seltenen Büchern und Handschriften sie zu gewinnen verstanden. Hierbei ist ihm eine Handschrift ziemlich in der Nähe entgangen, nämlich Cod. 25 der Merzbacherschen Bibliothek. Allerdings ist nach der Beschreibung, welche diese Handschrift in dem Catalog gefunden hat, nicht zu vermuthen, dass sie auch Beiträge für den Zweck des Verfassers enthalte. Zuerst bietet die Sammlung, welche Menachem Oldendurf aus Frankfurt a. M. im Jahre 1517 angelegt hat, ein hebräisches Gedicht Jacob Gelnhausens, welches nach der Melodie ״Herzog Ernst“ zu singen ist und welches die didactischen Regeln für הלכתא כמאן in Verse gebracht hat. Ein anderes Gedicht behandelt die Klagen eines Schulmeisters über seine Gemeindemitglieder, welches, nach dem Akrostichon zu schliessen, ein שמואל חזן verfasst hat. Bittere Ironie und beissender Spott erfüllen das Gedicht, das, aus Stellen der Schrift und des Talmuds zusammengesetzt, hierdurch ein eigenartiges Gepräge erhält, — Nicht