Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 267)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2572068-2572096-2572097--4210-2576152- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
264 (Abraham, Eleasar) bezeichnet werden. An Analogien bei anderen semitischen und nichtsemitischen Völkern fehlt es nicht. Das ״Ergreifen der Hände“1) ist bei den Baby- Ioniern das Symbol der Adoption; auch Sklaven wurden auf diese Weise an Sohnes Stelle angenommen. Dieses ״Ergreifen der Hände“ hatte im alten Babel eine noch höhere Bestimmung. Jeder assyrische König, der den Titel ״König von Babel“ rechtmässig führen wollte, musste nach Babylon gehen und dort im Tempel ״die Hände des Bel“ ergreifen, um sich so als Vasall des Gottes zu manifestiren; erst nachdem er auf diese Weise ״Bel* als Oberherrn anerkannt hatte, konnte er den erwähnten Titel annehmen. In einer Urkunde (No. 730) Nebonids führt ein Sklave den Namen Ina-Kata-Bel-sakim, d. h. ״In den Händen Bels gelegen“; das ist charakteristisch für die geltendgemachte Ansicht, dass das Ergreifen der Hände Tributpflichtigkeit, Hörigkeit symbolisiren sollte. Das ״Legen der Hand unter die Hüfte“ ist nichts weiter als ein ähnlicher Vorgang, wie die angeführte Sitte des ״Ergreifens der Hände«, das eine Abschwächung des ursprünglichen Rechtsbrauches sein dürfte; ein Körperthe il tritt für den anderen ein. Eine weitere Abschwächung ist der Handschlag und das talmudische קנין סודר und 2קנין חליסין) — Die Sitte des Handergreifens war auch im alten Indien gebräuchlich; ob auch das Legen der Hand unter die Hüfte; konnte ich nicht ermitteln. Ersteres beweisen folgende Stellen: ״Wie Agei die rechte Hand der Erde ergriff, so ergreife ich deine Hand (zum Zeichen des Ehebündnisses)“ (Avest. 14, 1. 47, 48). ״Ich ergreife deine Hand zum Heile, dass du mit mir, deinem Gatten, ein langes Leben führen mögest“ (Rig. Ved. 10, 85, 36). ״Erhebe dich, 0 Weib, zur Welt des Lebens, des Odem ist entflohen, bei dem du sitzest, der x) S. Peiser, Zeitschr. für Assyr. 1890; Winkler, Untersuchungen etc. S. 40 ff.; meine Studien etc. 1. c. 2) Ist schon in Ruth 4, 7 zu finden. Red.