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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 259

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 259 (sequence 262)
Language
German
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259 Löwensteins, sowie zu dem von Dr. Lippmann edirten שפת יתר des Ebn Esra (auf welche hinzuweisen der Ordner vorliegender Sammlung in seiner Zusammenstellung auf S. XIII vergessen hat) bekunden diese vielseitige Bildung und Begabung. Auch die vorliegende Notizen-Sammlung legt davon Zeugnis in Hülle und Fülle ab. Allerdings wird der Wert derselben dadurch sehr beeinträchtigt, dass recht viele von ihnen durch neuere Litteraturerscheinungen, sowie durch die Glossen, welche den neueren Talmudausgaben beigegeben sind, überholt erscheinen. Die wissenschaftliche Verwertung vieler anderen Noten findet dadurch eine Beeinträchtigung, dass K. Aharon sie, der ersten Eingebung folgend, niederschrieb, später aber selbst entdeckte, dass die Sache bereits von anderer Seite angeregt, erörtert oder beantwortet worden sei. Der Zusatz: שו״ר בתיר׳ט, בסה״ד בש״ך בס׳ מאור עינום u. s. w. findet sich nur zu häufig den gewiss trefflichen Bemerkungen angefügt. Wo er fehlt, wird er vielfach ergänzt werden müssen. So ist beispielsweise sein צע״ג zu Cholin 132 bereits in unseren Talmudausgaben zu Baschi angemerkt, auch seine treffliche Bemerkung zu פסקי תוס׳ Sebachim 2 b (die ihm übrigens bei Abfassung des Besponsums 6 nicht gegenwärtig war) durch die Glosse Nathans ons in den הגהות הלבוש überholt. Auch die Correktur zu Tossafot Nidda 72 b, deren Notwendigkeit sich ja jedem Kundigen von selbst auf drängt, ist für uns bereits durch den Verfasser des ערוך לנר sanktionirt, und ebenso geht es an vielen anderen Stellen. Von den Bemerkungen sprachwissenschaftlichen Charakters, welche die vorliegende Sammlung enthält, mögen viele — wie z. B. die wiederholt zu Gittin und Machschirin bezüglich der Lesart und Abstammung des Wortes סיקרין gemachte — unseren philologisch gebildeten Talmudisten recht naiv erscheinen, während andere, trotz ihrer Natürlichkeit, trefflich genannt werden müssen. Zu den einfachen, aber dennoch trefflichen Erklärungen zählen wir die Adnotation zu Tossafot Sabbat 116 a Schlagw. פילוסופא, sowie zu den schwierigen W orten in den Tossafot Sota 36 b וזבולן מלא und zu Menachot 110. Die Glosse, B. Akiba habe es mit seiner Ausdeutuug des Verses Mischle 10, 2 auf die entgegenstehende Auffassung des Satzes im Targum abgesehen (zu Sabbat 156), gewinnt an Bedeutung im Hinblick auf die vielfach bestrittene Ansicht der Tossafisten bezüglich der Abfassung des Targums zu den Ketubim (Sabbat 115 u. s.). Es würde den Baum mehrerer Nummern dieser Zeitschrift in Anspruch nehmen, wenn wir alles anmerken wollten, was wir Treffliches in der vorliegenden Sammlung gefunden, wir beschliessen daher diese Hinweise und lassen nur noch eine Bemerkung allgemeiner Petur folgen. B. Aharon Fuld war sebstver stündlich ein religiöser Mann strengster Observanz. Seine freundschaftlichen Beziehungen zu den Männern der Wissenschaft auf der gegnerischen Seite haben ihm vielfach den Verdacht zugezogen, auch innerlich mit deren religiösen Ansichten zu sympathisieren, worauf der Verfasser des ersten Vorwortes zu vorliegender Schrift eingehend zu sprechen kommt und dessen Grundlosigkeit er betont. Für den Kundigen bedarf es dieser besondern Hervorhebung nicht. Viele Stellen vorliegender Schrift geben der streng conservativen Gesinnung ihres Verfassers das beredteste Zeugniss. Diese Gesinnung wurzelt so tief in ihm, dass er die Echtheit der Baschi-Erklärungen zu Tanaith und Nasir entgegen anderen Grössen behauptet und harmlose Bemerkung Maimonides

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