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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 258

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 258 (sequence 261)
Language
German
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258 Kecension. מפר בית אהרן E. Aharoni Fuld responsa atque adnotationes in ' plerosque Talmudi Babylonici tractatus, Aruch, Tischbi, Meturgeman etc. Frankfurt a. M. 1890. Nichts ist unserer, an wirklichem Verdienst und Wissen armen Zeit mehr eigen, als die Sucht, jene an Personen, die ihrer theilliaftig geworden, masslos zu überschätzen. Dem Impulse jeder augenblicklichen Begeisterung nachgebend, möchte man jede Person, die nur irgendwie ihre Schuldigkeit im Dienste des ihr zugewiesenen Arbeitsfeldes gethan, mit einem Strahlenkranz bedecken, jedes Haupt, das nur einigermassen über das seiner Mitmenschen hervorragt, mit einem Lorbeer schmücken. Auch unter den Männern der jüdischen Wissenschaft hat diese masslose Ueberschätzung nur allzusehr um sich gegriffen, wovon die Titular-Hyperbeln, mit welcher man sich gegenseitig überbietet — die lauter ״Geonim“, lauter ״Leuchter der Diaspora“, lauter ״berühmte Geistesgrössen“ schaffen — ein nur zu lautes Zeugniss ablegen. Das war anders, besser, in früheren Zeiten. Da liegen vor uns die gesammelten Notizen eines Mannes, an welchem wir in jeder Zeile den גדול הדור erkennen, wiewohl die freundschaflicliste Connivenz seiner Zeit ihm nur den Titel eines חרוץ מופלג zuerkannte (Chatam Sofer, Theil II, Nr. 224, 319, 323). E. Aharon Fuld gehörte zu den hervorragendsten Personen seiner Zeit und seiner an Talmudgelehrten reichgesegneten Vaterstadt, Frankfurt a. M., dessen Wort und Entscheidung כאחד מן הגדולים nachgesucht wurde. Nach seinem Ableben kam seine reichhaltige Bibliothek, sowie ein grosser Teil der schriftlichen Werke und Notizen, die er hinterlassen, an die Bibliothek zu Frankfurt, da es damals in dieser ehemaligen עיר מלאה חכמים וסופרים kein Lehrhaus der Thora gab, dem sie hätten überwiesen werden können. Eine Unzahl wissenschaftlicher Bemerkungen hatte der Verstorbene, nach Gelehrtenart am Eande der Werke, die er studirt, verzeichnet, andere in selbstständigen Heften niedergelegt. Einst entlehnte ich das ־ סליחות Exemplar des E. Aharon aus der Stadtbibliothek und war nicht wenig überrascht, auch dieses reich mit Marginalnotizen versehen, zu finden. An die סליחה אלה אזכרה war eine chronologische Auseinandersetzung geknüpft; zu der Stelle וכשנחתך ראשו נטלו ר׳ ישמעאל ein Excurs über die Echtheit dieser Lesart, nachdem doch E. Ismael, als Cohen, den entseelten Leichnam E. Gamliels nicht berühren durfte; ebenso waren zu dem bekannten תא שמע Gebet wissenschaftliche Nachweise zu den nicht leicht auffindbaren terminis technicis, die dort Verwendung gefunden, gegeben. Ja, E. Aharon Fuld war ein גדול; was ihn aber vor vielen גדולים seiner Zeit auszeichnete, war: wissenschaftliche Bildung, grammatische Schulung, ein kritisch prüfender Blick, die ihn vor Einseitigkeit schützten und bewahrten, und sein talmudisches Wissen vielseitig befruchteten. Schon in den von ihm im Drucke erschienenen Bemerkungen zum שם הגדולים, den מס׳ קטנות, den Schriften

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