Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 258)
- Language
- German
- Belongs to
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255 Es giebt aber auch viele Gelehrte, die die Massora nicht kennen, die Grammatik verächtlich ansehen, die Bibel nicht gelesen und von ihrer Jugend auf den Talmud studirt haben, der eine Erklärung der Mischna ist. Ihre Methoden sind verschieden und jede ist richtig. Denn aus dem Talmud lernen wir alle Gebote kennen, durch deren Befolgung der Mensch zum seligen Leben gelangt. Es ist aber für einen Forscher ungeziemend, keine Bibelkunde zu besitzen. Denn findet er im Talmud einen aus der Bibel citirten Vers, dann weiss er nicht, in welchem Buche er steht, ob er in buchstäblichem oder übertragenem Sinne zu nehmen, oder nur als eine Anlehnung zu betrachten ist, und ist auch nicht im Stande, den Vers richtig zu lesen. Dann enthält auch der Talmud viele Dinge, die ohne Zuhilfnahme anderer Wissenschaften nicht zu verstehen sind.1) Alle Wissensgebiete müssen demnach nach ibn Esra berücksichtigt und bebaut, alle Erkenntniss mit einander verknüpft und vereinigt werden, um dadurch zu der hohen Stufe der Gotteserkenntniss zu gelangen. ״Heil denen, deren Geistes Augen geöffnet sind, und die nach Gott und seinem Gute in der Zukunft streben!“2) ג) Ebendas. S. 7f. S. oben S. 249. 2) Ebendas. Einleitung.