Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 255)
- Language
- German
- Belongs to
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252 Lehren der Thora übereinstimmen und Argumente für dieselben liefern, nicht aber wo sie von ihnen abweichen und ihnen widersprechen.1) Besonders unzulänglich scheint die Spekulation für i. E. da zu sein, wo es sich um Dinge handelt, die ausserhalb unserer Erfahrung liegen, und für die es daher keine sicheren Beweise geben kann, wie z. B. die Schöpfung der Welt und der verschiedenen Wesen. In Bezug hierauf sagt i. E.: Wir wollen nicht forschen, sondern glauben, was die Religion uns lehrt.2) Nur was aus der Erfahrung geschöpft, was mit den Sinnen wahrgenommen und durch die Vorstellungskraft mit der Vernunft vereinigt (von ihr als wahr erkannt) wird, das kann in keiner Weise negirt werden.3) Ebensowenig darf das durch zuverlässige Ueberlieferung Ueberkommene in Zweifel gezogen werden.4) Wenn demnach irgend eine Stelle der Bibel oder der anderen Religionsquellen mit der sinnlichen Wahrnehmung, der verständigen Erwägung, der Vernunft oder der sicheren Tradition in Widerspruch steht, so kann sie nicht wörtlich genommen, sondern muss bildlich gedeutet werden.5) Gelingt es uns nicht, finden wir keinen tieferen Sinn, so müssen wir es unserem Unvermögen, der A) Die Stern’sche Ausgabe des Jessod Mora enthält sogar (S. 8 b) hinsichtlich der Steilung der profanen Wissenschaften zur Thora folgendes Dictum: ושאר החכמזת והידיעות המה שפחה לחורה. Es ist das die Ansicht der arabischen Mutakallims, die auch von Saadia, Abraham ibn Daud u. A. getheilt wird. Vgl. auch אגרות הרמב״ם, ed. Warschau, S. 60. 2) Lang. Comment. zu Gen. a. a. 0.: ע״ב לא נחקור מתי נבראו המלאכים כו׳ רק נאמין. . . . Ueber die Unzulänglichkeit der menschlichen Erkenntniss s. besonders kurz. Com. zu Ex. S. 71 f. 3) Sefer Haibbur ed. Haiberst. S. 9b: נתן לו (השם) חמש הרגשות ועקרם צורות בגופות ותעלינה מדרגה אחר מדרגה עד שוב הצורות בנשמה וזהו השכל שנטע יושב קדם סלה ואין כה באדם להכחישו כלל. . . . 4) S. folgende Anmerkung. Vgl. Saadia, Emunotli, S. 9 und Dieterici, die Anthropologie der Araber, S. 20, und die Lehre von der Weltseele, SS. 38 und 99. 5) Einleitt. zu den Pentateuchcommentt. (bei Rosin S. 34 f und S. 65 f) und Sefer Haibbur S. 10 a.