Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 251)
- Language
- German
- Belongs to
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248 er als Anhänger der Zahlenphilosophie gleich den Neupythagoreern auch die Mathematik noch als unerlässliche Vorbedingung der Metaphysik.1) Sind ihm doch die Zahlen nicht nur Symbole höherer Gedanken, sondern auch die Ideen, nach welchen die Welten gegründet und die Sterne bestimmt und geordnet sind.2) I. E. sagt daher von der Mathematik, dass sie wie eine Leiter ist, die auf der Erde steht, und deren Spitze bis zum Himmel reicht.3) Da aber zur Erlangung der Gotteserkenntniss auch eine sittliche Vorbereitung und ein rechtschaffener Lebens־ ist es selbstverständlich, dass er die Psychologie in den Vordergrund stellt. Die Lehrer und Anhänger der neuplatonischen Philosophie weisen daher oft aut die Noth wendigkeit der Beschäftigung mit der Seelenkunde. So sagt auch Plotin, dass er sich mit der Gottheit dann vereinige, wenn er alles andere verlassend in seinem Innern einkehre, dass die Anschauung des Urlichtes dem Geiste nur dann rein auf״ gehe, wenn er gegen das Aeussere sich verscliliesse und in sich selbst sich zurückziehe (Ennead. IV, 4, 8, 1; V, 5, 7; vgl. Zeller III2, 2, S. 880). ״Im Aeussern, bezeugt Proclus (s. Zeller ebendas.), sieht die Seele immer nur Schattenbilder, je vollständiger sie dagegen in den Mittelpunkt ihres eignen Lebens eindringt, um so heller schaut sie das Göttliche; die Selbsterkenntnis ist der Anfang der Philosophie; die Seele ist das Abbild des Höheren und des Niederen, und sie wird beides durch Selbstanschauung am besten erkennen“. Andere Parallelen aus Plotin und den ״lauteren Brüdern“ s. bei Guttmann, die Philosophie des Salomo ibn Gabirol, S. 67 Anm. 1. Ebenso wird von den Neuplatonikern die Erkenntnis als das Erstrebenswertlie für den Menschen hingestellt, weil der erkennende Theil, der Geist, der vorzüglichste unter allen Theilen des Menschen ist. S. Guttmann das. S. 68 Anm. Vgl. Gabirol, Fons vitae, I, 1: אמר ומאחר שהיה החלק היודע מחלקי האדם הוא הנכבד שבחלקיו על בן מה שצריך לו שיבקש היא הידיעה ומה שצריך שיבקש אותו מהידיעה הוא הידיעה בעצמו כדי שידע בו שאר הדברים שאינם עצמו כי עצמו מקיף בדברים ומפלש בהם והיו הרבדים נופלים תחת כחותיו. . . . Der letzte Gedanke dürfte im ״Diwan des A. i. E.“ N. 68 S, 21 ausgedrückt sein: הבל בלי עת בשכלה ראה. . . . Vgl. Diwan N. 79. *) Vgl. oben Anm. 78. 2) Vgl. Diwan N. 108, S. 38 und meine ״Zahlensymbolik des A. i. E.“ S. 116. 8) Jessod Mara S. 7 und meine ״Zahlensymbolik“ S. 110.