Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 247)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Ansichten, die vomNeuplatouismus direkt verworfen wurden.1) Ob i. E. das religionsphilosophische Werk מEmunah Raraah® seines jüngeren Zeitgenossen und Landsmannes, des Aristolelikers Abraham ibn Daud Halevi, gekannt hat, ist unsicher und auch belanglos, da jenes Werk etwa vier Jahre vor dem Tode des i. E. verfasst wurde, wo die meisten Schriften desselben bereits erschienen waren. Manche Uebereinstimmungen zwischen i. E. und i. D.2) *) So sagt i. E. von Gott (lang. Comment. zu Ex. 34,6, vgl. kurz. G. zu Ex. S. 103): כי הוא לבדו יורע ודעת וידוע. Es ist das derselbe Gedanke, den Aristoteles (Methaphys. XI, 7, ed. Christ S. 258) in Bezug auf das letzte Princip ausspricht: dk vörjoiq xa»9’ iauxrjv rou xa&' iaurd dp'-GTOU, xal r! ßdXiara rou paXiora. iaurdv dk voei ö voüq rarä ßeraX7)(ptv rou vorjroü. vor)roq vap ytverai ^lyydvtov xal voätv, &<rce rabröv voüq xal vor)röv xrX. Dieser Gedanke widerspricht aber der Lehre Plotin’s, nach welcher das Denken mit der absoluten Einfachheit und Selbstgenügsamkeit der Gottheit nicht zu vereinbaren sei. «Denn alles Denken ist Zusammenfassung einer Vielheit zur Einheit, und auch das reinste Denken hat immer noch eine Zweiheit, theils die des Denkenden und des Denkens, theils die des Denkenden und des Gedachten in sich. Ebendeshalb aber verhält sich das Denkende nicht schlechthin bedürfnisslos, sondern es bedarf des Gedachten und seiner Erfüllung mit demselben, d. h. des Denkens, und auch dasjenige, was sich selbst denket, wie der voug, bedarf wenigstens seiner selbst, d. h. seines Sichselbstdenkens.w Zeller, III2, S. 715. J. E. aber mochte vielleicht aus religiösen Gründen diese Ansicht nicht theilen, um den Gottesbegriff nicht aller Realität zu entkleiden (so wurden die Läugner der göttlichen Attribute Mu’attilo, ״Leermacher“ genannt; vgl. Schahrastani, Religionspartheien und Philosophenschulen, übe! setzt von Haarbrücker, I, S. 96) und folgte hierin Aristoteles, der zu seiner Zeit bereits durch. Alfarabi und ibn Sina eingeführt war. J. E. fügt auch jener Sentenz hinzu: וזה דבר עמוק הוא מאד. 2) So betrachtet ibn Daud die Einzelwissenschaften als Stufen, die zu der letzten und allen gemeinsamen Wissenschaft, zur Erkenntniss Gottes, führen, und verurtheilt die ausschliessliche Beschäftigung mit den Hilfswissenschaften. Vgl. Guttmann, die Religionsphilosophie des Abraham ibn Daud, S. 23 ff. Ueber die gleiche Ansicht ibn Esra’s s. weiter unten. Andere Uebereinstimmungen s. bei Guttmann, ebendas. S. 226, Anm. 2, und S. 227 Anm. 1.